Die Sache mit dem japanischen Handy…

Handys in Japan

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Ein paar Tage nachdem ich in Japan angekommen war, kam die Sprache auf, ein japanisches Handy zu kaufen. Das Problem ist nämlich, dass die meisten ausländischen Handys in Japan nicht funktionieren. Wer denkt, dass das hochtechnologisierte Japan hier überhaupt kein Problem darstellt irrt also gewaltig.

Japan benutzt nämlich einen anderen Netzstandard als jetzt zum Beispiel Europa, ich glaube es ist UMTS. Aus diesem Grund kann man mit vielen ausländischen Handys in Japan nicht viel anfangen. Mein Samsung Galaxy zum Beispiel bekommt hier zwar zumindest Netz wenn ich den Offline-Modus ausschalte und ich bekomme Rooming-Angebots-SMS von meinem deutschen Anbieter, ich kann aber irgendwie nicht telefonieren (was ohnehin zu teuer wäre). Mit einigen Smartphones wie dem IPhone soll es angeblich ab und an funktionieren, aber auch das stelle ich mir teuer vor. Jedenfalls gibt es für ausländische Handys nicht gerade die besten Voraussetzungen um in Japan wirklich zu funktionieren. Ganz verstanden habe ich das Problem zwar nicht, es ist aber einfach so 😉 Hier in Japan gibt mein Handy immerhin noch einen brauchbaren Wecker und, wenn Wlan vorhanden ist, Laptopersatz ab. Daher sollte man sich, wenn man denn für längere Zeit in Japan ist, überlegen, ob man sich nicht besser ein japanisches Handy kauft. Und hier fängt der Spaß erst richtig an, denn das ist in Japan unglaublich kompliziert, das ist jedenfalls meine Erfahrung.

Japan hat im Grunde drei große Netzanbieter: Softbank, NTT Docomo und au. Diese drei Anbieter haben auch in so gut wie jeder Stadt offene Wlan-Netze, die man nutzen kann, wenn man einen Preisplan und ein Handy des Anbieters hat. Man sollte sich also überlegen, von welchem dieser drei Anbieter man sich ein Handy besorgen möchte. Über Docomo und au kann ich nicht viel sagen, denn ich habe mich für Softbank entschieden. Wer jetzt denkt einfach in den Laden spazieren zu können und sich im handumdrehen ein Handy und eine einfache Prepaid-SIM-Karte kaufen zu können, der irrt wieder. Einige Läden möchten aus irgendeinem Grund gar nicht an Ausländer verkaufen (jedenfalls rief mir ein Mitarbeiter in einem anderen Softbankshop, in dem ich eigentlich nur nach einer englischen Gebrauchsanleitung fragen wollte,  gleich „Sorry, we don’t sell Phone!“ entgegen…) und bei anderen wird die Kommunikation sehr schwierig, wenn man kein Japanisch kann. Außerdem sind die Prepaid-Preispläne nicht gerade optimal bzw. sehr unpraktisch und kompliziert. Kommen wir nun also zu meinem Handykauf…

Mein Horror-Handykauf

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Als ich eines abends mit ein paar anderen Schülern aus der Sprachschule zu einem Softbankladen in Tenjin gegangen bin, waren wird jedenfalls auch nach dem Besuch unglaublich verwirrt. Auch nach einer Stunde erläutern hatten wir die verschiedenen Möglichkeiten nicht verstanden, auch wenn die Mitarbeiterin eigentlich sehr gut Englisch sprach. Am Ende und nach fast eineinhalb Stunden hatte einer von uns ein Handy mit SIM, die anderen gingen leer aus, da der Laden nun schloss.

Am nächsten Tag ging ich also noch einmal zum Laden, um mich selbst noch einmal um ein Handy zu bemühen. Leider war diesmal niemand da der wirklich Englisch sprach, ich musste mich also nur mit Japanisch durchschlagen. Zuerst waren die Mitarbeiter etwas verwirrt weil sie dachten, ich hätte doch gestern schon ein Handy gekauft. Als ich ihnen verklickert hatte das ich das nicht gewesen war, ging es wieder an die Prospekte und Schautafeln. Es gibt die Möglichkeit mit Visa im Pass einen zweijährigen Vertrag abzuschließen, den man dann nach einem Jahr oder wenn man Japan verlässt kündigen kann. Hier muss man dann eine Abbruchgebühr bezahlen. Das ganze kommt auf etwas mehr als 6,000 Yen im Monat für Internet, Telefonie, Email und SMS, den genauen Betrag weiß ich nicht mehr. Da ich nicht gerade ein Freund von Verträgen und der ganzen Kündigerei bin, wollte ich allerdings ein Prepaidmodell haben. Hier gibt es die Möglichkeit zwischen einem einfachen Handy für ca. 6,000 Yen, dass nur für Email, Anrufe und SMS benutzt werden kann oder einem Smartphone mit Internetzugriff.

Da mir ein normales Handy überhaupt nichts genutzt hätte (wen soll ich denn hier im Moment schon groß anrufen? ;)) habe ich mich für ein Smartphone und einen Internetplan entschieden. Das einzige Modell das dafür im Laden vorhanden war, war das Honey Bee Softbank 101K für ca. 15,000 Yen inkl. Startguthaben. Es ist ein ganz einfaches Anfänger-Smartphone ohne großen Schnickschnack. Die Kamera ist mies, es hängt sich öfter auf und es ist sehr langsam, tut aber seinen Dienst. Immerhin sieht es süß aus.

Nachdem ich mir die Farbe ausgesucht hatte, hat man meinen Reisepass kopiert (immerhin konnte ich den Mitarbeiter gerade noch so davon abhalten, handschriftlich meine Adresse in den Reisepass zu schreiben, weil sie dort ja nicht steht, er sie aber auf der Kopie haben wollte…), die deutsche sowie japanische Adresse ins Softbank-System eingegeben (was wegen meinen vielen Namen ewig gedauert hat) und mir mein Handy gleich eingerichtet. Der Mitarbeiter war auch nach fast zwei Stunden noch sehr geduldig und hat mir alles versucht aufzuzeichnen und zu erklären, der Service war also mal wieder super. Man bekommt eine eigene Mailadresse für das Handy, mit der man unbegrenzt viele Emails verschicken kann. Man kann das Internet für 30 Tage benutzen, dass kostet 7,000 Yen pro Monat. Also ist es relativ teuer, aber einen wirklich guten und billigen Preipaidpreisplan bekommt man hier leider nicht… Außerdem muss man das Handy jeden Monat aufladen, sonst kann man nur noch angerufen werden und irgendwann verfällt wohl auch die Emailadresse. Die Nummer selbst ist 1 Jahr gültig, danach verfällt sie und die Karte wird deaktiviert wenn man sie nicht rechtzeitig auflädt. Zum Aufladen muss man wie in Deutschland Karten kaufen und die Nummer eintippen, die man freirubbeln muss. Man kann Prepaidkarten für 3,000 sowie 5,000 Yen in jedem Softbankladen oder Konbini kaufen.

Wer jetzt unglaublich verwirrt ist – Glückwunsch, genauso habe ich mich auch gefühlt 😉 Ich muss auch gestehen es immer noch nicht alles wirklich verstanden zu haben und die ersten Tage war ich unglaublich frustriert, weil ich mit dem Handy nicht klargekommen bin. Ich konnte auch einige Tage nicht telefonieren und das Aufladen funktionierte auch nicht. Mittlerweile haben wir uns aber angefreundet und ich bin wirklich froh es zu haben. Es hat zwar Probleme sich mit Wlan-Netzwerken zu verbinden (sogar mit denen von Softbank selbst), aber es funktioniert mobil und unterwegs sehr gut und schnell. Ich benutze es vor allem um damit unterwegs Google-Maps Karten abzurufen und mich zu orientieren und es hat mich bisher noch nicht einmal damit im Stich gelassen. Auch wenn man schnell etwas im Internet nachschauen möchte ist es sehr praktisch.

Wie man sehen kann ist das ganze relativ kompliziert und kostet ein bisschen, aber man gewöhnt sich daran. Ich finde es jedenfalls praktisch unterwegs erreichbar zu sein und andere erreichen zu können, daher lohnt sich das Handy für mich sehr. Der Handykauf ist allerdings – so war es jedenfalls bei mir – alles andere als unkompliziert. Allen die in Japan ebenfalls einmal ein Handy erwerben möchten wünsche ich schon einmal viel Spaß 😉

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2 Gedanken zu “Die Sache mit dem japanischen Handy…

  1. Oh Gott, das hört sich wirklich alles unglaublich kompliziert an… Da werde ich mich dann auch durchschlagen müssen.
    Aber gut, dass du zumindest jetzt mobil bist und alles geklappt hat 🙂

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    • Ja, aber zum Beispiel heute habe ich neues Guthaben aufgeladen und es funktioniert schon wieder nicht richtig – ich hoffe das es morgen kapiert das es wieder neues Guthaben hat 😀

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