Abschied von Fukuoka

DSCN2010

Jetzt ist es also soweit – es heißt das erste Mal hier in Japan von einer Stadt Abschied nehmen, in der ich für längere Zeit gelebt habe. Morgen geht es für mich nämlich für eine Woche ins Inselparadies Okinawa. Danach komme ich jedoch nicht nach Fukuoka zurück, sondern schaue mir noch andere Teile von Japan an, da ich so viel wie möglich von diesem wundervollen Land sehen möchte.

Weiterlesen

Advertisements

Bei einem japanischen Baseballspiel

Anfang September war ich mit meiner thailändischen Mitbewohnerin (und mittlerweile übrigens guten Freundin) bei einem Baseballspiel im Fukuoka Dome, dem Baseballstadion der Stadt. Im Fukuoka Dome werden zwar auch immer mal wieder Konzerte abgehalten, aber eigentlich ist es ein riesiges Baseballstadion. Die Mannschaft der Stadt sind die Fukuoka Softbank Hawks, die ziemlich bekannt und – soweit ich es beurteilen kann – wohl auch recht gut sind. Da ich Baseball schon immer spannend fand und für eine kurze Zeit auch einmal Softball gespielt habe, wollte ich unbedingt einmal zu einem Baseballspiel, deswegen habe ich mich sehr darauf gefreut und war vorher richtig aufgeregt. Und es hat sich gelohnt. Ich hatte an diesem Tag Nachmittagsunterricht, weswegen ich meine Lehrerin bat, ob wir nicht eher aufhören könnten. Als sie herausfand das ich zu einem Baseballspiel ging, war sie ganz aufgeregt und erzählte mir sofort, welche ihre Lieblingsspieler waren. Ich konnte mir allerdings gerade mal einen Namen merken und das er einen Bart hat 😀 Dafür nahm ich mir vor, beim Spiel darauf zu achten, ob dieser auch dabei war. Nachdem ich mich mit meiner Mitbewohnerin an der U-Bahn Station getroffen hatte, gingen wir zusammen zum Dome. Wir liefen dazu einfach den ganzen Menschen hinterher, die alle in ihren Softbank-Trikots in eine einzige Richtung liefen, aber auch so ist der Dome nicht zu übersehen.

DSCN2016

Weiterlesen

In einer japanischen Grundschule

Vor zwei Wochen wurde von meiner Sprachschule wieder eine Aktivität mit Kindern angeboten. Dieses Mal konnten wir für ein paar Stunden eine japanische Grundschule besuchen und mit den Kindern spielen. Auch daran habe ich, wie beim Sommercamp in Nakagawa, teilgenommen.

Mit dem Auto ging es etwa eine halbe Stunde an den Stadtrand von Fukuoka. Dort liegt eine kleine Grundschule, an dessen Parkplatz uns eine Lehrerin mit Regenschirm abholte, weil es schrecklich schüttete. Wir gingen zuerst in ein Nebengebäude der Schule, das wohl für Veranstaltungen und dergleichen genutzt wurde. Hier bastelten wir uns Namenschilder und ein paar „Visitenkarten“, die wir den Kindern überreichen konnten. Darauf schrieben wir zum Beispiel unseren Namen und unser Lieblingsessen.

Als wir damit fertig waren ging es in die Sporthalle der Schule. Dazu gingen wir über den mit Pfützen übersähten Sportplatz, vorbei an Kaninchenställen und Blumenbeeten. Als wir die Sporthalle erreichten, hörten wir von drinnen bereits laute Kinderstimmen, die uns sehnlichst erwartet hatten: „Ah, kita!“ („Ah, sie sind endlich da!“) Vorbei an etwa 40 Paar neugieriger Kinderaugen führte uns die Lehrkraft vor die Klassen. Es handelte sich um jeweils eine erste und zweite Klasse; die Kinder waren etwa um die 7 Jahre alt, einige vielleicht älter oder jünger.  Jeder von uns bekam eine Gruppe zugeteilt. Zuerst sollten wir uns vorstellen, dann stellten sich die Kinder in einer Reihe auf und wir tauschten unsere „Visitenkarten“ aus. Dabei sollten die Kinder natürlich ihr Englisch üben, was zwar nicht immer so ganz klappte, mir aber ganz recht war – Englischwahn der Japaner hin oder her, ich bin immerhin hier um Japanisch zu lernen 😉 Danach setzten wir uns auf den Boden und die Kinder sangen ein Lied. Es ist schon wirklich erstaunlich, aber ich glaube weltweit gibt es in wirklich jeder Klasse einen Klassenclown, der immer plappern und Unsinn machen muss. Auch hier war dies der Fall – einer der Jungs aus der Gruppe meiner Mitbewohnerin sang mit Absicht unglaublich laut und falsch, aber es war sehr lustig 😀

DSCN1992

Als das Lied zu Ende war, konnten wir uns mit den Kindern der ersten Klasse etwas unterhalten, während die Zweitklässler in das Nebengebäude gingen. Hier muss ich gestehen begann meine leichte Überforderung – und ich habe wirklich große Achtung für Menschen, die mit Kindern arbeiten, meine Nerven würden das nämlich nicht lange mitmachen. Abgesehen von dem unglaublichen Lärm, den Kinderstimmen anrichten können, hingen die Kinder plötzlich wie auf Kommando wie Kletten an mir. Sie drängten mich in eine Ecke, scharten sich förmlich in einem Kreis um mich und plapperten alle auf einmal – und natürlich auf Japanisch, dass kommt noch hinzu – auf mich ein. Kaum hatte ich den Mund aufgemacht um eine Frage zu beantworten, kam die nächste. Also versuchte ich es mit Gegenfragen, um Zeit zu gewinnen, und antwortete oft einfach mit Ja oder Nein, etwa ob ich Spiderman kennen würde. Das fanden die Jungs anscheinend unglaublich beeindruckend 😀

Nach einer Weile konnte meine Gruppe dann auch ins Nebengebäude gehen. Drei der Mädchen nahmen mich bei den Händen und wir rannten quer durch die Halle zum Ausgang. Die Drei ließen mich danach für den Rest des Tages auch nicht mehr aus den Augen 😉 Als wir über den nassen Sportplatz wieder zum Nebengebäude gingen, sprangen die Jungs in den Pfützen herum, während die Mädchen jeder einzelnen Pfütze gekonnt auswichen.

DSCN1995

Dieses Foto konnte ich nur machen, weil die Mädchen meine Hände einmal kurz gnädigerweise losließen 😉

Im Nebengebäude spielten wir dann Kaufladen. Jeder bekam eine Einkaufstasche mit Spielgeld und durfte an den Ständen einkaufen, bis das Geld leer war. Es gab unter anderem kleine Spielsachen und Süßigkeiten zu kaufen. Die Zweitklässler verkauften, die Erstklässler und wir durften einkaufen. Ich bekam neben ein paar Süßigkeiten einen Flummi und ein Kaleidoskop, das ich aber an eines der Mädchen verschenkte. Was ich wirklich sehr lustig fand war, dass die Kinder perfekt die japanische Art des Einkaufens imitierten – vom üblichen „Irasshaimase!“ (etwa „Herzlich Willkommen!“) an jedem Stand bis zum Bedanken und die Ware einpacken, hatten die Kids alles bereits wunderbar drauf. Das alles machte natürlich wieder einen unglaublichen Lärm, nach einer Weile taten mir die Ohren weh. „Meine“ Mädchen zogen mich von Stand zu Stand und halfen mir, alles einzukaufen, was sie für wichtig hielten – also so gut wie alles 😉 Sogar Schilder hatten die Kinder gemalt.

DSCN1998

Nach einer Weile fingen zwei Kinder an sich zu streiten und als der Junge dem Mädchen ihr Spielzeug abgenommen hatte, wälzten sie sich auf dem Boden herum und fingen an sich zu prügeln. Am Ende weinten natürlich Beide – das Mädchen, weil ihr Spielzeug dabei zu Bruch gegangen war, der Junge weil sie ihm auf die Nase gehauen hatte…

Nachdem wir noch jeder ein Eis gegessen hatten, wurden wir von den Kindern verabschiedet und nach einem letzten Abschiedsfoto wieder abgeholt, um zurück zur Schule zu fahren. Der Tag war wirklich sehr lustig, aber auch unglaublich anstrengend und ich war danach wirklich kaputt. Noch einmal Hut ab für jeden, der das jeden Tag macht, meine Bewunderung ist euch dafür sicher!

Die Burg von Kumamoto

Nachdem wir vom Vulkan Aso wieder hinabgestiegen waren und etwas zu Mittag gegessen hatten, haben wir noch einen Abstecher nach Kumamoto und zu der dortigen Burg gemacht.

DSCN1981

Kumamoto

Von 熊本市 (Kumamoto-shi, Kumamoto-Stadt) selbst kann ich nicht sehr viel berichten, weil ich von der Stadt selbst nicht sehr viel gesehen habe. Allerdings hat Kumamoto ein bekanntes Maskottchen, くまモン (Kumamon), einen schwarzen Bären, der überall in Japan sehr bekannt ist. Kumamoto ist übrigens eine Partnerstadt des deutschen Heidelberg.

DSCN1973

Kumamoto Burg

Die Burg wurde um 1601 gebaut, durch mehrere Brände und Kämpfe zersteut und mehrmals wieder aufgebaut. Man kann sich zwei verschiedene Türme sowie den Vorplatz und ein paar Nebengebäude anschauen. Im Inneren der Burg gibt es mehrere Ausstellungsstücke und Bilder, die man sich anschauen kann während man die vielen Stufen nach oben zum Aussichtsturm steigt. Da mich die Burg sehr an das Osaka-Schloss und das dortige Museum erinnert hat, fand ich es nicht sonderlich interessant. Nachdem wir ein bisschen die Aussicht genossen und ein paar Fotos gemacht hatten, sind wir wieder nach unten gestiegen. Es war zwar ganz interessant noch ein bisschen das Innere der Burg zu sehen, allerdings glaube ich nicht das ich noch viel mehr japanischen Burgen oder Schlösser besichtigen muss, da alle in denen ich bisher war relativ ähnlich waren 😉

DSCN1974

In einem Nebengebäude gibt es dann noch ein paar alte Räume zu besichtigen, dass fand ich weitaus interessanter. Man konnte sich gut vorstellen, wie die Menschen früher dort gelebt haben mussten. Wie es in vielen derartigen Museen in Japan ist muss man sich auch dort die Schuhe ausziehen, was nach einigen Stunden in dicken Turnschuhen sehr angenehm war.

Nachdem wir uns wieder am vereinbarten Treffpunkt getroffen hatten, gingen wir zurück zum Auto und fuhren zurück nach Fukuoka, wobei wir ein paar Mal im Stau standen, da nach den Feiertagen jetzt viele Menschen ebenfalls nach Hause fuhren.