Mein erstes Erdbeben!

Eigentlich war es ja nur eine Frage der Zeit. Hier in Japan sitze ich immerhin gerade auf der Schnittstelle von vier tektonischen Erdplatten. Da ist es kein Wunder, dass Japan das am meisten von Erdbeben gebeutelte Land der Erde ist. Bisher bin ich allerdings ohne Erdbebenerlebniss ausgekommen und habe mich doch ab und zu gefragt, wann ich denn das erste Mal ein Erdbeben erleben würde. Letzten Freitag morgen war es dann soweit.

Es war 4:17 am morgen, als ich plötzlich aufwachte. Im ersten Moment wusste ich gar nicht was los war und warum ich überhaupt aufgewacht war. Noch völlig müde schaute ich auf meine Uhr, deswegen weiß ich auch die Uhrzeit so genau. Auf einmal spürte ich ein leichtes hin und her wackeln des Bettes. Es fühlte sich an als würde jemand an meinem Bett stehen und es leicht nach links und rechts schaukeln lassen. Die ersten paar Sekunden fragte ich mich, ob ich nur träumte oder aber, verpennt wie ich war, es mir nur einbildete. Allerdings hörte ich da meine Schranktür leise hin und her klappern. Nach etwa einer Minute war der Spuk vorüber und ich schlief langsam wieder ein.

Nach dem Frühstück schaute ich sofort in meiner Erdbeben-App nach, ob es wirklich ein Erdbeben gegeben oder ich alles nur geträumt hatte. Und tatsächlich – im Meer hatte es, um genau 4:17, in Hyuga-nada ein Beben der Stärke 6.1 gegeben. Hier in Fukuoka ist wohl nur eine knappe 4 angekommen, also gerade spürbar. Eigentlich fand ich es eher lustig, weil ich wirklich erst dachte, ich hätte nur geträumt. Hier auf Kyushu sind starke Erdbeben eher selten, das letzte starke Beben das in Fukuoka wirklich Schäden angerichtet hat war 2005. Das Beben damals hatte eine Stärke von 7.0 auf der Richterskala (ab 6.0 können Erdbeben kritisch werden). Zum Vergleich: Das verheerende Beben vor Tohoku im Jahr 2011, das den schrecklichen Tsunami ausgelöst hat, hatte nach ein paar Korrekturen nach oben eine Stärke von 9.0. Damit war es eines der stärksten Erdbeben, die jemals gemessen wurden.

Was kann man tun? Nun, nicht viel. Ich habe zwei Erdbeben-Apps auf meinem Handy, die mich im Ernstfall bei starken Beben warnen sollten. Auch von Handyanbietern wie Softbank oder Docomo gibt es in die Handys bereits programmierte Frühwarnsysteme, die Nachrichten verschicken, wenn ein starkes Beben oder ein Tsunami gemeldet werden. Hier in Fukuoka gibt es auch ein Erdbeben-Center, in das ich ohnehin einmal gehen wollte. Dort lernt man wie man sich verhalten sollte, was man im Ernstfall tun muss und es werden starke Beben nachgestellt. Ich hoffe allerdings, dass ich dieses Wissen nie brauchen werde…

 

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