Auf dem brodelnden Vulkan: Mount Aso

Vor drei Wochen war ich mit einigen meiner Sprachschule wieder auf einem Ausflug. Wir sind etwa zwei Stunden mit dem Auto in die Präfektur Kumamoto gefahren. In Kumamoto gibt es einige interessante Ausflugsziele. Eines davon ist Aso-san, ein aktiver Vulkan, der sich einige Kilometer von Kumamoto Stadt entfernt befindet.

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Zuerst mussten wir mit dem Auto noch das Gebirge nach oben zum Aso fahren. Die Landschaft um den Aso herum war wirklich traumhaft. Es erinnerte mich wie eine Mischung aus Österreich und Schottland – es gab viel Grün, Kühe und viele Berge. Unterwegs sind wir auch einmal ausgestiegen um die Landschaft zu bewundern, was ich auch nur jedem empfehlen kann.

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Als wir am unteren Parkplatz angekommen waren, merkte man bereits etwas, dass man sich in der Nähe eines Vulkans befand. Man konnte in der Ferne einige Rauchfahnen erkennen und die Gegend wirkte ein wenig trostlos.
Es gibt die Möglichkeit mit einer Gondel oder dem Auto nach oben zum Krater zu fahren, man kann aber auch laufen, was etwa eine halbe Stunde dauert. Wir haben uns für die zweite Möglichkeit entschieden, da das Wetter sehr schön war und man so noch etwas mehr von der Landschaft sehen konnte. Der Aufstieg war teilweise ganz schön steil, aber man konnte gut auf einem geteerten Fußweg nach oben laufen.

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Als wir oben angekommen waren, merkte man dann ganz deutlich, dass es sich hier um einen aktiven Vulkan handelte. Die Erde war schwarz und voller Ruß und Vulkangestein. Es roch außerdem nach Schwefel und Rauch, was auf dem Weg zum Krater dann immer intensiver wurde. Dann endlich sahen wir den Krater unter uns. Ein bisschen enttäuscht war ich ja schon – nichts zu sehen von brodelnder Lava oder Feuer, wie ich mir aktive Vulkan immer vorgestellt hatte. Allerdings rauchte er schon ganz schön und wir machten Scherze, ob er denn gerade heute ausbrechen würde.

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Es stimmt übrigens wirklich, dass der Aso einer der aktivsten Vulkane Japans ist und ein größerer Ausbruch eigentlich bereits erwartet wird. Interessanterweise hat sich im Krater ein See gebildet. Es heißt angeblich, wenn das Wasser zurückgeht, könnte es zu einer Eruption kommen. Da wir wirklich kein Wasser mehr sehen konnten, hielten wir es dann doch für besser, das Weite zu suchen 😉 Es gibt rund um den Krater übrigens Schutzhöhlen, in die man sich im Ernstfall retten kann. Wir gingen einen anderen Weg zurück als vorher und kamen dabei an mehreren Verkaufsständen vorbei, an denen man sich Schwefelsteine kaufen konnte.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz gingen wir dann noch über eine richtige Einöde, die voller Vulkansand war. Es gab dort auch große Steine, die aussahen wie Dracheneier, und meine Mitbewohnerin und ich witzelten, ob wir wohl in einer Höhle noch auf einen Drachen treffen würden. Leider (oder zum Glück) begegneten wir weder einem Smaug noch einem Norbert.

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Nach einem letzten Abschlussfoto machten wir uns dann wieder auf den Weg zurück zum Parkplatz.

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Mein erstes Erdbeben!

Eigentlich war es ja nur eine Frage der Zeit. Hier in Japan sitze ich immerhin gerade auf der Schnittstelle von vier tektonischen Erdplatten. Da ist es kein Wunder, dass Japan das am meisten von Erdbeben gebeutelte Land der Erde ist. Bisher bin ich allerdings ohne Erdbebenerlebniss ausgekommen und habe mich doch ab und zu gefragt, wann ich denn das erste Mal ein Erdbeben erleben würde. Letzten Freitag morgen war es dann soweit.

Es war 4:17 am morgen, als ich plötzlich aufwachte. Im ersten Moment wusste ich gar nicht was los war und warum ich überhaupt aufgewacht war. Noch völlig müde schaute ich auf meine Uhr, deswegen weiß ich auch die Uhrzeit so genau. Auf einmal spürte ich ein leichtes hin und her wackeln des Bettes. Es fühlte sich an als würde jemand an meinem Bett stehen und es leicht nach links und rechts schaukeln lassen. Die ersten paar Sekunden fragte ich mich, ob ich nur träumte oder aber, verpennt wie ich war, es mir nur einbildete. Allerdings hörte ich da meine Schranktür leise hin und her klappern. Nach etwa einer Minute war der Spuk vorüber und ich schlief langsam wieder ein.

Nach dem Frühstück schaute ich sofort in meiner Erdbeben-App nach, ob es wirklich ein Erdbeben gegeben oder ich alles nur geträumt hatte. Und tatsächlich – im Meer hatte es, um genau 4:17, in Hyuga-nada ein Beben der Stärke 6.1 gegeben. Hier in Fukuoka ist wohl nur eine knappe 4 angekommen, also gerade spürbar. Eigentlich fand ich es eher lustig, weil ich wirklich erst dachte, ich hätte nur geträumt. Hier auf Kyushu sind starke Erdbeben eher selten, das letzte starke Beben das in Fukuoka wirklich Schäden angerichtet hat war 2005. Das Beben damals hatte eine Stärke von 7.0 auf der Richterskala (ab 6.0 können Erdbeben kritisch werden). Zum Vergleich: Das verheerende Beben vor Tohoku im Jahr 2011, das den schrecklichen Tsunami ausgelöst hat, hatte nach ein paar Korrekturen nach oben eine Stärke von 9.0. Damit war es eines der stärksten Erdbeben, die jemals gemessen wurden.

Was kann man tun? Nun, nicht viel. Ich habe zwei Erdbeben-Apps auf meinem Handy, die mich im Ernstfall bei starken Beben warnen sollten. Auch von Handyanbietern wie Softbank oder Docomo gibt es in die Handys bereits programmierte Frühwarnsysteme, die Nachrichten verschicken, wenn ein starkes Beben oder ein Tsunami gemeldet werden. Hier in Fukuoka gibt es auch ein Erdbeben-Center, in das ich ohnehin einmal gehen wollte. Dort lernt man wie man sich verhalten sollte, was man im Ernstfall tun muss und es werden starke Beben nachgestellt. Ich hoffe allerdings, dass ich dieses Wissen nie brauchen werde…