Nagasaki: Stadt des Friedens (Teil 1)

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Der Ort, der mich bisher von allen besuchten Orten hier in Japan am meisten berührt und bewegt hat, war auf jedenfall Nagasaki (長崎). Im September war ich für einen Tagesausflug mit einer Freundin dort, da ich die Stadt wegen ihrer Geschichte unbedingt besuchen wollte. Wer in Geschichte nicht komplett geschlafen hat der wird wissen, wofür Nagasaki berühmt geworden ist.

Die traurige Berühmtheit, die diese Stadt mit Hiroshima teilt, hört auf den Namen Atombombe. Am 09. August 1945 um 11:02 Uhr warf ein amerikanischer Bomber 470m über dem Boden die Fat Man genannte Atombombe ab. Obwohl sie ihr Ziel, eine Waffenfabrik, um über 2km verfehlte, hatte sie vernichtende Wirkung: über 80% aller Häuser im Umkreis der Abwurfstelle wurden zerstört, sie ebnete damit fast die Hälfte der Stadt ein und tötete auf einen Schlag über 36.000 Menschen.
Nagasaki hatte trauriges Pech – das eigentliche Ziel, die Stadt Kokura, war von dichten Wolken bedeckt, sodass man notgedrungen auf Nagasaki auswich. In den Werkstätten von Nagasaki waren die Torpedos, die bei dem Angriff auf Pearl Harbour abgeworfen worden waren, gebaut worden.

Wegen dieser tragischen Geschichte ist man in Nagasaki heute bemüht, Frieden zu sähen. Es gibt viele Orte, die an die Opfer und die Zerstörung der Stadt erinnern und so dafür zu sorgen, das sich solch ein Ereignis niemals mehr wiederholt. Zusammen mit Hiroshima möchte man aufklären und das Geschehene unvergessen machen.

Doch nicht nur wegen ihrer fast kompletten Zerstörung im zweiten Weltkrieg ist Nagasaki bekannt. Obwohl das Christentum in Japan nicht sehr verbreitet ist, leben dort die meisten Christen in ganz Japan. Das hängt damit zusammen, dass Nagasaki als eine der wenigen Städte während Japans fast kompletter Abriegelung von anderen Ländern in der Edo-Periode mit dem Westen Handel treiben durfte. Das sieht man der Stadt auch heute noch an – es gibt viele westliche Einflüsse und Kirchen. Außerdem gibt es überall in der Stadt eine Kuchensorte zu kaufen, die aus Portugal nach Nagasaki gekommen ist – Castella.

Soviel erst einmal zu den Fakten rund um Nagasaki. Was genau wir in Nagasaki alles unternommen haben und warum man Kinder unbedingt von Koi-Teichen fernhalten sollte, das erfahrt ihr ein anderes Mal.

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2 Gedanken zu “Nagasaki: Stadt des Friedens (Teil 1)

  1. Nagasaki würde ich wegen der Christenzeit und Deshima auch einmal besuchen.
    Castella finde ich super lecker!
    Ich bin gespannt was du in der Stadt so erlebt hast 🙂
    Oh und Willkommen in der Kansai Region 😀
    Kyoto ist echt nicht soo weit von hier. 90 Minuten anscheinend. Ich war zwar noch nicht dort aber ich habe es auf jeden Fall noch vor.
    Einer unserer Senseis hat uns heute erzählt, dass am 22. zwei große Feste in der Stadt sein werden. Die kriegst du dann ja hautnah mit 🙂
    Liebe Grüße

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  2. Pingback: Nagasaki: Ein Tag in der Vergangenheit (Teil 2) | Japan & Ich

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