Okinawa: Der Norden (Teil 1) – Ankunft in Nago

Nach drei Tagen im Süden setzte ich mich am vierten Tag auf Okinawa in den Bus und fuhr in den Norden der Hauptinsel. Schon alleine das Einsteigen in den Bus war ein Abenteuer, denn immerhin musste ich meinen riesigen Koffer, in dem sich mein ganzes Hab und Gut befand, mitnehmen. Die Busse auf Okinawa haben fast alle Stufen und sind nicht barrierefrei, daher hatte ich keine Chance den Koffer alleine hinein zu bekommen. Da sich der Busfahrer nicht dazu herablassen konnte, mal aus seinem Sitz aufzustehen und mir zu helfen, eilte mir eine andere Passagierin zu Hilfe, mit der ich es dann irgendwie in den Bus schaffte und mich ganz nach hinten auf die hinterste Sitzreihe verzog. Mir grauste jetzt schon vorm Aussteigen.
Etwa 1 Stunde und 45 Minuten Fahrt hatte ich vor mir. Die meiste Zeit fuhren wir über Autobahnen und Schnellstraßen, hielten an den verlassensten Bushaltestelle mitten in der Pampa an und passierten Mautstellen. Irgendwann schließlich fuhren wir genau an der Westküste entlang des Meeres und ich stellte jetzt schon fest, dass der Norden der Hauptinsel bei weitem schöner als der Süden war.

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Irgendwann erreichten wir den Bus Terminal von Nago, die Endstation an der ich aussteigen musste. Irgendwie bekam ich meinen Koffer aus dem Bus und schaute mich dann verwirrt um. Auch der Bus Terminal von Nago machte einen alten und verfallenen Eindruck, den ich irgendwie allgemein von Okinawa hatte. In den Städten wirkte irgendwie alles alt und schmuddelig und wie ein fernes Land, in dem die Gebäude und Dinge alle schon seit Jahren dort stehen und nie erneuert werden.

Ich hatte mir extra ein Hotel in der Nähe der Bushaltestelle ausgesucht, allerdings wie das so ist, sieht es auf Karten immer sehr viel einfacher aus als in Wirklichkeit. Ich war wieder einmal mehr als froh ein japanisches Handy mit Google-Maps zu besitzen. Um 12 Uhr mittags, bei 40° im Schatten mit einem über 20 Kilogramm schweren Koffer im Schlepptau und einem ebenfalls nicht gerade leichten, riesigen Rucksack auf dem Rücken, machte ich mich also auf die Wanderschaft. Ich lief unglaublich umständlich, hatte nach etwa 20 Minuten allerdings endlich das Hotel gefunden. Meinen Koffer wieder einmal ein paar Stufen hochhievend kam ich völlig erledigt am Hotel an und da ich so früh war konnte ich natürlich noch nicht einchecken. Also lies ich den Koffer am Empfang stehen und ging wieder nach draußen in die Hitze.

Ich hatte furchtbaren Hunger, daher suchte ich nach einem Restaurant oder Konbini, konnte allerdings überhaupt nichts essbares in näherer Umgebung ausmachen. Also befragte ich wieder Google-Maps und nach einem gefühlten Tagesmarsch von einer halben Stunde fand ich schließlich einen Konbini. Dort kaufte ich mir mein Mittagessen und machte mich dann auf dem Weg zum Hotel zurück.
Direkt vor dem Hotel lag ein großer Strand namens 21th Century Beach, zu dem ich mich nun aufmachte. Dort setzte ich mich auf eine Bank in den Schatten und aß erst einmal etwas.

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Ich war froh meinen schweren Rucksack absetzen zu können und überlegte gerade, ob ich hier nicht einfach warten sollte bis ich einchecken konnte, als ich uneingeladene Gesellschaft bekam; ein alter Mann setzte sich zu mir und versuchte auch gleich ein Gespräch. Allerdings verstand ich kein Wort, absolut null. Ich kann nicht sagen ob er einen krassen Okinawa-Dialekt sprach, ich bin aber eher der Meinung das er ein bisschen Probleme in seinem Oberstübchen hatte… Jedenfalls wurde es mir bald unangenehn, da ich überhaupt nicht verstand was er mir mitteilen wollte. Aus seinen Schwimmbewegungen folgerte ich allerdings irgendwann, dass er mich fragte, ob ich hier schwimmen gehen würde. Ich flunkerte schließlich und verabschiedete mich, da ich nun angeblich im Hotel einchecken konnte, was eigentlich noch nicht der Fall war (ich glaube allerdings sowieso das er mich nicht verstanden hat). Anstatt zum Hotel ging ich einfach in die andere Richtung davon und machte mich aus dem Staub.
Eine Weile lief ich dort am Strand herum und beobachtete ein paar wilde Katzen, die versuchten kleine Krebse zu fangen.

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Dann ging ich zurück und stellte fest, dass der Opi inzwischen verschwunden war, also setzte ich mich wieder auf die Bank und las ein bisschen. Man möge es nicht glauben, aber ein paar Minuten später entdeckte ich ihn schon wieder in einigen Metern Entfernung und daher verdrückte ich mich dann doch lieber ins Hotel.

Dort dauerte es noch etwas, aber dann konnte ich endlich einchecken. Meinen Koffer bekam ich sogar aufs Zimmer gebracht, von dem aus ich übrigens das Meer sehen konnte.
Am Abend ging ich dann noch einmal ans Meer und blieb dort bis zum Sonnenuntergang, ohne das mich der alte Japaner oder andere ungebetene Gäste noch einmal aufsuchten.

Ich war schon sehr gespannt, was ich die nächsten Tage noch alles erleben würde.

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