Auf in den Süden Kyushus: Kagoshima

Nach meiner Woche auf Okinawa ging es für mich zunächst für eine Nacht wieder zurück nach Fukuoka. Meine weiteren Reisepläne zogen mich nach Südkyushu, genauer gesagt in die Stadt Kagoshima. Kagoshima (鹿児島) ist eine Hafenstadt an der südwestlichen Spitze der Insel Kyushu. Besonders bekannt ist Kagoshima für seinen Vulkan namens Sakurajima, einer der aktivsten Vulkane Japans, der immer wieder Asche ausspuckt. Fast in der ganzen Stadt lässt sich feine Vulkanasche auf den Straßen finden.

Leider gab es von Okinawa aus keine direkte Flugverbindung nach Kagoshima, daher flog ich zunächst zurück nach Fukuoka und übernachtete dort für eine Nacht in einem glamourösen Kapselhotel im Stadtteil Nakasu – eine interessante Erfahrung! Die Ausstattung war toll, aber ich war so müde und musste am nächsten Tag auch wieder früh aufstehen, weswegen ich die Vorzüge von Flachbildfernseher an der Decke und super schnellem, kostenlosem Wlan nicht so wirklich ausnutzen konnte.
Früh am nächsten Morgen machte ich mich dann auf zum Hakata Bahnhof, um einen Bus nach Kagoshima zu besteigen. Da ich noch viele Orte Japans bereisen will, war ich an ein Maximalbudget gebunden, und so entschied ich mich für die günstigste Variante nach Kagoshima zu kommen – eine knapp vierstündige Busfahrt. Die Fahrt kostete mich hin und zurück etwa 8.000 Yen, also um die 50 €. Der Zug oder ein Flug wäre also um einiges teurer gewesen.
Die Fahrt ging sehr schnell vorbei und da es sich diesmal um einen Reisebus handelte, konnte ich meinen Koffer im Stauraum unterhalb des Buses verstauen und musste ihn nicht mit in den Bus hieven. Während der Fahrt aß ich mein Bento und betrachtete die Landschaft. Einmal machten wir sogar Pause auf einem Rastplatz und bald waren wir schon in Kagoshima angekommen, wo ich am Hauptbahnhof ausstieg.

In Kagoshima geriet ich leider in die Ausläufe des Taifuns Nr. 18 (international bekommen Tropenstürme Namen, in Japan haben sie immer nur Nummern), den ich auch schon die letzten beiden Tage in Okinawa zu spüren bekommen hatte. Ich hatte eben einfach Pech – der Taifun verfolgte mich natürlich auf seinem Weg von Okinawa aus bis nach Kagoshima 😉 So kämpfte ich mich in Regen und Wind und mit schwerem Koffer zur Straßenbahn, die zum Glück ganz in der Nähe abfuhr. Auch Kagoshima hat wie zum Beispiel Nagasaki oder Hiroshima keine U-Bahn, sondern eine oberirdische Straßenbahn.
Da ich meistens Hotels wähle, die man gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann, brauchte ich zum Glück nicht allzu lange zum Hotel und hatte es auch recht bald gefunden.
Ich konnte allerdings noch nicht einchecken und ließ meinen Koffer daher an der Rezeption zurück, bevor ich mich wieder nach draußen in den leichten Sturm schlug. Das Hotel lag in der Nähe einer überdachten Einkaufspassage, der so genannten Tenmonkan, daher konnte ich mich zumindest mit trockenen Füßen ein wenig dort umsehen. Die Tenmonkan-Arkaden haben eine lange Geschichte, die bis 1779 zurückreicht, allerdings fand ich sie nicht sonderlich interessant und ging daher zur Check-in Zeit zurück ins Hotel, nachdem ich mir noch etwas zu Essen gekauft hatte.

Nach einem kurzen Gespräch mit der Rezeptionistin, die mich fragte, warum ich Japanisch sprach und dann ganz begeistert war als sie von meinem Work & Travel erfuhr, ging ich ins Zimmer. Leider gab es im ganzen Hotel nur Raucherzimmer, da ich wie gesagt auf billige Unterkünfte angewiesen war und ich in Kagoshima ansonsten nichts freies mehr gefunden hatte. Ich blieb also auf einem Raucherzimmer sitzen und wirklich funktionierendes Internet gab es auch nicht. Mein Zimmer stank fürchterlich, ich bekam aber immerhin ein Raumspray und sprühte erst einmal die halbe Flasche leer bis der Geruch ein wenig verflogen war. Da das Wetter draußen immer noch ungemütlich war, hoffte ich auf Besserung am nächsten Tag und verzog mich mit einem Buch ins Bett.

 

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