Die Vulkaninsel Sakurajima

An meinem zweiten Tag in Kagoshima hatte ich Glück und der Taifun war endlich weitergezogen. Also konnte es nach Plan gehen und ich brach zum Hafen von Kagoshima auf. Zuerst wollte ich mir heute den berühmten Vulkan 桜島 (Sakurajima) anschauen, der gerade einmal 10 Minuten mit der Fähre vom Hafen entfernt liegt.

Nach kurzer Verwirrung am Hafen, wo ich mich fragte,  wie ich denn meine Fahrkarte für die Fähre bekomme – man bezahlt erst wenn man auf Sakurajima angekommen ist und nicht bereits in Kagoshima – sprang ich gerade noch außer Atem auf die gerade abfahrende nächste Fähre auf (okay, vielleicht übertreibe ich hier ein bisschen, aber es war knapp 😉 ).

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Auf Sakurajima angekommen wollte ich mich zunächst wie ich es meistens mache, mit Karten und Broschüren eindecken, aber aus irgendeinem Grund hatte die Touristeninformation an diesem Tag geschlossen. Zum Glück hatte ich mir in Kagoshima eine Broschüre mit den Sehenswürdigkeiten besorgt, in der auch Sakurajima mit einer eigenen Seite aufgeführt war und so entschied ich mich zuerst ein wenig am Meer entlang zu laufen.
Als erstes machte ich Halt an einem tollen Fußbad und ließ ein wenig meine Füße darin aufwärmen. Das Besondere ist, dass das Wasser hier ganz natürlich von der Vulkanaktivität aufgeheizt wird und das Wasser daher schön warm ist.

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Nach einiger Zeit wurde es durch den aufkommenden Wind aber doch etwas frisch und ich ging weiter zum Museum der Insel, das man kostenlos besuchen kann. Das Museum ist sehr klein und erklärt die Aktivität des Vulkans sowie die Entstehung der Insel, die heute eigentlich gar keine Insel an sich mehr ist, denn durch einen Vulkanausbruch im Jahr 1914  ist der Vulkan mittlerweile auf einer Seite mit der gegenüberliegenden Halbinsel verbunden.

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Danach entschied ich mich ein Stück den Lava-Trail zu laufen. Dabei handelt es sich um einen etwa 4 Kilometer langen Wanderweg, der an der Küste entlang führt und voll mit Vulkangestein und altem Geröll ist. Da der Weg direkt am Meer liegt war der Wind hier sehr stark und so bekam ich einige Male Vulkanasche in die Augen geblasen. Ich fand den Weg aber sehr schön, etwa die Hälfte bin ich gelaufen und dann wieder umgedreht. Unterwegs entdeckte ich unglaublich viele wilde Katzen, die wohl in der Nähe des Strandes leben.

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Auf dem Weg zurück in Richtung Hafen habe ich mir noch einen kleinen Schrein angesehen, dann bekam ich langsam Hunger und wollte zu Mittag essen. Ich entschied mich für ein sehr uriges Restaurant in der Nähe des Schreins. Das Ganze war eigentlich eher eine Art große Gemeindehalle für die Einwohner, hatte ich das Gefühl. Es gab zwar Essen und Souveniers zu kaufen, aber am meisten saßen hier alte Frauen und Männer und spielten Shogi (japanisches Schach), unterhielten sich oder schauten Fernsehen. Ich fand die Atmosphäre einfach nur lustig und wurde von einem alten Japaner an einen Tisch geführt, nachdem ich mein Essen an der Kasse bestellt hatte. Kurze Zeit später bekam ich meine Udon mit Reis – und eine Gabel (anscheinend traute man mir nicht zu mit Stäbchen umgehen zu können…). Demonstrativ zog ich mir ein Paar aus dem Korb in der Mitte des Tisches und begann zu essen.

Wieder draußen auf dem Parkplatz überlegte ich gerade was ich mir noch anschauen könnte, als ich eine kleine Katze entdeckte, die wohl ebenfalls zu den wilden Katzen der Insel gehörte. Allerdings schienen sie wohl die Leute aus dem Restaurant zu füttern, denn diese war nicht so scheu wie die Katzen die ich zuvor getroffen hatte und kam nach anfänglicher Skepsis näher. Ich kann einfach an keinem Vierbeiner vorbeigehen, der ein potenzieller Kandidat zum Streicheln ist, daher kraulte ich das Kätzchen erst einmal ausgiebig hinter den Ohren. Kurze Zeit später war ich umringt von einer 6-köpfigen Katzenfamilie, die mich und meine Tasche interessiert begutachtete.

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Miau – jemand fand meine Kamera hier sehr interessant 😉

Nachdem ich mich von den Katzen verabschiedet hatte, wollte ich mir noch den Dinosaurier-Park ansehen. Ich hatte keine Ahnung was genau das sein sollte, aber da ich auch für seltsame Attraktionen offen bin (ich erwähne hier nur den Ananaspark in Okinawa), wollte ich es mir ansehen.
Etwa 20 Minuten schleppte ich mich einen steilen Berg nach oben, bis ich den Dinosaurier-Park gefunden hatte – einen Spielplatz. Nun ja, da ich schon einmal da war konnte man sich ja mal umsehen. Andere Leute schienen einen großen Bogen um die Dinos zu machen, denn es war keine Menschenseele zu sehen. Daher konnte ich einfach nicht widerstehen – ich wollte die 50 Meter lange Rutsche ausprobieren. Schon nach 5 Metern bereute ich meine Entscheidung. Wer auch immer auf die Idee gekommen war, die Rutsche mit Rollen auszustatten, hatte sie nie selbst getestet – es tat einfach nur furchtbar weh.

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Um eine Erfahrung reicher machte ich mich auf den Weg zurück zum Hafen und setzte wieder nach Kagoshima über.

Da es erst Nachmittag war, bin ich dann noch in das Aquarium von Kagoshima gegangen, das ganz in der Nähe des Fähranlegers liegt. Dort hat es mir auch sehr gut gefallen, es war zwar natürlich kleiner als in Okinawa, aber die Becken waren sehr schön. Man kann sogar Delfine in den Kanälen beobachten, die zum Aquarium führen.
Nachdem ich mich dort in der Nähe und in einem Park noch etwas umgesehen habe, ging es am Abend zurück ins Hotel.

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