Die Hafenstadt Kobe oder: Als ich einmal beinahe auf einem Berg festsaß

Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal in der Hafenstadt Kobe (神戸市). Kobe ist die Hauptstadt der Präfektur Hyogo, die wiederum eine Nachbarpräfektur von Kyoto und Osaka ist. Die Stadt liegt zwischen dem Meer auf der einen und Bergen auf der anderen Seite.

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Von Kyoto aus braucht man ungefähr 50 Minuten, dann war ich in Kobe angekommen. Zuerst besuchte ich Sorakuen, einen japanischen Garten. Dieser liegt etwa 15 Gehminuten vom Bahnhof Sannomiya entfernt. Der Garten hat mir sehr gut gefallen, ich mag japanische Gärten sehr gerne.

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Danach bin ich zurückgelaufen und zu Fuß in Richtung Hafen gegangen. Ich wusste nur die ungefähre Richtung, konnte mich aber an ein paar Bauwerken orientieren. Im Hafen von Kobe steht auch der Kobe-Tower, den ich allerdings nicht besucht habe, da mir solche Türme immer zu viel Eintritt kosten. Ich bin daher zum Meriken-Park gegangen. Dieser liegt gleich neben dem Kobe-Tower und man kann schön herumlaufen, auch wenn es eigentlich nur eine Freifläche ist. Dort habe ich mich eine Weile hingesetzt und aufs Meer geschaut. Das vermisse ich hier in Kyoto etwas; in Fukuoka konnte ich einfach in gerade einmal 20 Minuten an den Strand fahren, was hier in Kyoto leider nicht möglich ist – daher habe ich mich über die Seeluft in Kobe sehr gefreut.

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Gleich im Anschluss bin ich zum Kobe Harborland gegangen. Das ist ein großer Shopping-Komplex mit vielen Geschäften und Einkaufsmöglichkeiten. Dort habe ich auch zu Mittag gegessen – witzigerweise ein Hot Dog, aber Kobe ist eigentlich bekannt für sein Fleisch, das Kobe-Beef. Kobe-Beef ist weltbekannt und hat einen sehr guten Ruf da es von sehr hoher Qualität ist, daher ist es aber auch je nach Klasse ziemlich teuer.

Eigentlich wollte ich dann noch zum Kobe City Museum und bin extra durch die halbe Stadt gelaufen – nur um dann festzustellen, dass das Museum an diesem Tag geschlossen war.
Auch bei meinem nächsten Punkt hatte ich wenig Glück – ich wollte das Erdbeben-Museum besuchen, konnte es aber nicht finden. 1995 gab es in Kobe ein sehr großes Erdbeben, das große Teile der Stadt zerstörte, über 14.000 Menschen verletzte und 4.500 Menschen das Leben kostete. Daher hätte mich das Museum dazu sehr interessiert. Später fand ich heraus dass das Museum ein Teil des Katastrophen- und Erdbebenübungszentrums ist und ich es daher auf der Karte nicht finden konnte, ich hatte es mir falsch aufgeschrieben.

Am späten Nachmittag bin ich dann mit dem Bus zum Mount Rokko gefahren. Von diesem Berg aus sollte man einen tollen Blick auf Kobe haben, gerade bei Nacht. Dieser nächtliche Aussicht auf Kobe gehört angeblich zu den schönsten in ganz Japan.
Mit einer Art Seilbahn ging es den Berg nach oben. Es war noch nicht ganz dunkel, aber man hatte auch hier bereits eine schöne Aussicht hinunter auf Kobe und den Hafen. Man konnte sogar bis nach Osaka schauen und bei gutem Wetter soll man auch den Flughafen im Meer sehen können.
Es war schon eine schöne Aussicht, allerdings hat sie mich jetzt auch nicht unglaublich aus den Socken gehauen so wie ich es oft im Internet gelesen hatte.

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Zusammen mit der Fahrtkarte für die Seilbahn hatte ich mir noch ein Busticket gekauft, denn man konnte mit einem Bus noch ein Stück höher auf den Berg fahren, was ich dann gemacht habe. Es war jetzt schon nach sechs Uhr und bereits dunkel.
An der höheren Station an der ich dann ausstieg lag sogar noch Schnee und es war ziemlich kalt. Und menschenleer. Und dunkel. Und irgendwie behagte mir das nicht so ganz. Eine Weile lief ich in der Nähe herum und schaute von einem Aussichtsturm nochmal hinunter auf Kobe, dann ging ich zurück zur Haltestelle und schaute auf den Fahrplan. Ich hatte zwar zusammen mit dem Ticket einen Flyer mitgenommen, aber war nicht ganz aus den Abfahrtszeiten und Fußnoten schlau geworden. Laut Busplan hatte ich unglaubliches Glück – der allerletzte Bus, der an diesem Abend zurück zur Seilbahnhaltestelle fuhr, kam in 20 Minuten. Wenn er denn wirklich kommen sollte, denn irgendwie war alles bereits zu verdächtig menschenleer. Ich setzte mich also ins Bushäuschen und wartete. Zum Glück hatte ich mir eine Kleinigkeit zu Essen gekauft, aber ich frohr schon ziemlich, konnte meinen Atem in der Luft sehen und hoffte einfach nur das der Bus bald kam, denn die Minuten zogen sich unendlich dahin.
5 Minuten bevor der Bus kommen sollte kam dann noch ein Pärchen aus der Dunkelheit, das ebenfalls auf den Busplan schaute und genauso überrascht war wie ich, dass dies bereits der letzte Bus sein sollte. Zum Glück kam dann endlich der Bus und es ging ins Warme.
An der Seilbahnhaltestelle angekommen hörte ich sogar noch mit, wie die Beiden den Fahrer fragten, warum die Buszeiten so komisch waren und dies bereits der letzte Bus war. Dieser meinte, dass an diesem Tag der Fahrplan umgestellt worden war und die Beiden meinten zueinander: „Oh, da haben wir ja Glück gehabt!“ Das dachte ich mir auch 😉

Wieder unten vom Berg ging es dann mit dem Bus zum Bahnhof und mit dem Zug zurück nach Kyoto.
Kobe hat mir gut gefallen, da die Stadt relativ grün und offen wirkt, aber ich denke ein weiteres Mal muss ich die Stadt nicht besuchen, da ich mit diesem Besuch bereits alles für mich interessante gesehen habe.

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