Die schönsten Schreine & Tempel Kyotos

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Für Menschen, die sich gerne japanische Schreine und Tempel ansehen, ist Kyoto eine wahre Goldgrube. Es gibt hunderte von Schrein- und Tempelanlangen über die ganze Stadt verteilt, viele von ihnen schon hunderte von Jahren alt. Kyoto wurde nämlich während des zweiten Weltkrieges aufgrund seines kulturellen Erbes verschont und daher sind sehr viele alte Anlagen noch genau so, wie sie bereits vor hunderten von Jahren waren.

Schreine und Tempel zu besuchen finde ich überall in Japan immer sehr interessant – allerdings wird man bald feststellen, dass sich viele Anlagen doch sehr ähneln. Es gibt aber einige wirklich tolle Schreine und Tempel, die sich sehr von anderen unterscheiden und die man daher unbedingt gesehen haben muss. Daher habe ich mir gedacht, hier einmal eine kleine Aufstellung der für mich schönsten Schrein- und Tempelanlagen in Kyoto zu machen.

(Anmerkung: Die meisten Fotos in diesem Beitrag wurden bereits letztes Jahr im Herbst während der Momiji-Zeit aufgenommen, während der ich viele Schreine und Tempel besucht habe. Da ich ohnehin noch ein paar Fotos vom Herbst hier auf meinem Blog zeigen wollte, verbinde ich dies jetzt einfach mit diesem Beitrag, da die Herbstfärbungen in Japan wirklich sehenswert sind. Das ist wie ich finde auch die schönste Zeit Tempel und Schreine zu besuchen!)

Zunächst einmal ein kleiner Exkurs – was ist der Unterschied zwischen einem Schrein und einem Tempel?

Schreine und Tempel unterscheiden sich in einigen Punkten völlig voneinander, aber es gibt einige Dinge, die es in beiden Anlagen gibt, weswegen die Unterscheidung rein äußerlich manchmal etwas schwierig sein kann. Die Unterscheidung anhand des Namens ist da schon einfacher; ein Tempel endet meistens mit -ji oder -tera (zwei Lesungen des Kanji für Tempel), Schreine haben meist die Endung 大社 -taisha, 神宮-jingu oder 神社 -jinsha, je nach Art des Schreins.
Das Wichtigste ist zuerst einmal, dass beides zu zwei völlig unterschiedlichen Religionen gehört; Schreine sind dem Shintoismus zugehörig, Tempel dem Buddhismus. Diese beiden Religionen hier auch noch zu erklären wird aber etwas zu viel, vielleicht schreibe ich darüber noch einmal in einem anderen Beitrag.
Einen shintoistischen Schrein erkennt man am besten an dem roten Tor, Torii genannt. Es ist meist der Eingang zum Schrein. Oft sitzen neben dem Tor die Statuen von zwei Hunden, Löwen oder Füchsen. Hat man das Tor passiert, wird man irgendwo ein Reinigungsbecken mit Wasser vorfinden. Im Schrein selbst gibt es dann noch solche Dinge wie Omamori, Omikuji oder Ema, mit denen man sich Glück, Schutz oder Weissagungen von den vielen Kami, den Göttern, erbitten kann.
Ein buddhistischer Tempel besitzt meistens ein großes Tor aus Holz am Eingang, dass geschlossen werden kann. Es gibt ein größeres Hauptgebäude in dem die Opfergaben liegen. Oft findet man eine große Schale in der Räucherstäbchen verbrannt werden. Viele Tempel haben außerdem ein großes Außengelände mit Gärten oder Friedhöfen in der näheren Umgebung. Und meistens verlangen große Tempel, zumindest für manche Teilbereiche, Eintrittsgeld 😉


Fushimi Inari

Fushimi

Mein wahrscheinlich liebster Schrein in ganz Japan ist der Fushimi Inari Schrein in Kyoto. Ich war bereits zweimal dort. Dabei ist es nicht einmal der Schrein selbst der so sehenswert ist, sondern das riesige Gelände, dass zum Schrein gehört und sich hinter dem Schrein bis auf einen Berg hinauf erstreckt. Bekannt ist der Schrein nämlich für seine tausenden roten Torii, die sich in allen erdenklichen Größen am Weg entlang bis hinauf zum Berggipfel finden lassen. Diese Torii kann man spenden, daher findet man darauf eingraviert den Namen des Spenders (meistens Einrichtungen oder Firmen) sowie das Datum, an dem das Torii aufgestellt wurde. Je größer das Torii, umso größer war die gespendete Geldsumme (Schreine und Tempel werden in Japan nämlich nicht vom Staat unterstützt, da Religion streng vom Staat getrennt ist. Diese sind daher auf Gelder angewiesen, um bestehen zu können).
An einigen Stellen des Fushimi Inari Schreins stehen die Torii so dicht, dass sie einen Tunnel bilden. Der Weg führt durch einen Wald und gerade wenn man zu einer Zeit dort ist, zu der nicht viele andere Menschen unterwegs sind, herscht eine wunderschöne, fast mystische Atmosphäre – bedingt durch das dichte Blätterdach und die vielen Torii und Fuchstatuen in allen möglichen Größen.
Hat man den halben Aufstieg auf den Berg geschafft, wird man außerdem noch mit einem tollen Blick auf Kyoto belohnt.


Ginkakuji

Ginkakuji

Einer der bekanntesten Tempel Kyotos ist der Ginkakuji Tempel, auch silberner Pavillon genannt, obwohl an ihm rein gar nichts silbern ist. Der Name entstand als Gegenstück zu einem weiteren bekannten Tempel, dem Kinkakuji (siehe unten). Er beherbergt einen Garten sowie zwei Tempelgebäude. Da ich im Herbst dort war, war der Garten dank der vielen tollen Herbstfarben gut besucht und das Gelände hat mir sogar besser gefallen als das des Kinkakuji, weswegen ich einen Besuch im Herbst auf jedenfall besonders weiterempfehle.


 Kinkakuji

Kinkakuji

Der Kinkakuji Tempel heißt eigentlich Rokuonji, aber da er vor allem bekannt für seine goldene Reliquienhalle ist wird heute die ganze Anlage Kinkakuji (goldener Pavillon) genannt.
Besoners sehenswert ist das mit Blattgold überzogene Gebäude in der Mitte des Gartens. Als ich dort war, herschte dort wegen der vielen bunten Ahornbäume Hochbetrieb und hunderte von Menschen bevölkerten das ganze Gelände, weswegen mein Besuch dort nicht so besonders toll war, da ich vor lauter Menschen fast nichts sehen konnte.
Der Garten war etwas kleiner als der des Ginkakuji und wenn man sich zwischen Beiden aus Zeitmangel entscheiden muss, würde ich im Herbst auf jedenfall den Ginkakuji vorziehen. Abseits der Herbstfarben ist der Kinkakuji Tempel wohl allerdings wegen seiner goldenen Halle sehenswerter.


Enkoji

Enkoji

Ein eher weniger bekannter Tempel am Stadtrand von Kyoto ist der Enkoji Tempel. Dieser liegt am Hang eines bewaldeten Berges und war für mich der wirklich schönste Tempel, den ich im Herbst besucht habe.
Das Gelände ist ziemlich klein, aber die vielen bunten Blätter in tausenden verschiedener Herbstfarben waren einfach atemberaubend schön und noch bunter als bei anderen Tempeln. Man kann auch einen kleinen Hügel nach oben steigen und über den Stadtrand von Kyoto schauen.


 Tofukuji

Tofukuji

Der Tofukuji Tempel liegt in einer ruhigen Nachbarschaft in der Nähe des Fushimi Inari Schreins. Er hat ein ziemlich großes Gelände mit einigen Gebäuden und Hallen. Für einen Teilbereich muss man Eintritt bezahlen, dieser ist aber wirklich sehr sehenswert. Man läuft über eine wunderschöne alte Holzbrücke und hat Sicht über den Garten, der bestimmt auch während der Zeit der Kirschblüten sehr sehenswert ist, als ich dort war waren die Bäume aber leider alle kahl.


Kiyomizudera

Kiyomizudera

Auch der Kiyomizudera Tempel gehört mit zu den bekanntesten Tempeln Kyotos. Wer schon einmal ein Bild von einer Art großem hölzernen Balkon gesehen hat, bei dem man im Hintergrund Kyoto erkennen konnte, war es ganz sicher die Aussicht vom Kiyomizudera aus. Abgesehen von der Aussichtsplattform gibt es auch noch einen kleinen Rundweg durch den angrenzenden Wald und man kann auch eine Kleinigkeit in dem kleinen traditionellen Restaurant essen.
Interessant ist vor allem der kleine Wasserfall, von dem der Tempel wahrscheinlich seinen Namen erhalten hat. Drei kleine Wasserstrahlen fließen in ein kleines Becken und man kann sich einen Strahl aussuchen, von dem man trinken möchte. Jeder Wasserstrahl ist für etwas anderes gut; einer ist zum Beispiel für ein langes Leben, der zweite für Glück bei Prüfungen und in der Schule und das Wasser des dritten Strahls soll ein erfülltes Liebesleben bringen. Von allen Drei zu trinken wird übrigens nicht empfohlen; das bringt Unglück. Vor dem Wasserfall gibt es immer sehr lange Schlangen, da viele Leute anstehen um vom Wasser zu trinken, daher sollte man etwas Wartezeit einplanen. Diesen Tempel habe ich bereits zum zweiten Mal besucht, das erste Mal war 2013 während eines Urlaubs in Japan.

(Anmerkung: Der Kiyomizudera Tempel wird zurzeit (Stand Anfang 2015) renoviert und die Einschränkungen sind ziemlich groß. Manche Gebäude können gar nicht betreten werden, daher sollte man vor einem Besuch abwägen ob es sich lohnt den Tempel zu besuchen. Dafür ist der Eintritt aber ein wenig billiger.)


 Koudaiji

Koudaiji

Der Kodaiji Tempel liegt im Statdteil Higashiyama und ich habe ihn zusammen mit einer Freundin während meines erstens Monats in Kyoto besucht.
Auch er besteht aus mehreren Gebäuden, einem kleinen Teehaus sowie einem Garten. Es gibt einen Sandgarten, der während der Herbstzeit mit Lampen und Schirmen geschmückt war.
Wenn man einen kleinen Hügel hinaufsteigt kann man sogar durch einen kleinen Bambuswald gehen, der ebenfalls geschmückt und beleuchtet war. Wie bei vielen japanischen Einrichtungen muss man hier übrigens seine Schuhe ausziehen, wenn man ein Gebäude oder eine Veranda betreten will.


Daigoji

Daigoji

Ein weiterer relativ unbekannter Tempel wenn es um Tourismus geht und mein letzter Tipp ist der Daigoji Tempel. Dieser liegt etwas außerhalb von Kyoto am Stadtrand unterhalb eines Berges und ist eine halbe Stunde mit dem Bus vom Hauptbahnhof entfernt. Er umfasst ein ziemlich großes Gelände, das unter anderem auch einen Garten sowie ein Museum beherbergt. Für die drei verschiedenen Bereiche gibt es Kombinationstickets zu kaufen, mit denen man ein paar Yen sparen kann. Vor allem die Teichanlage hat mir sehr gut gefallen.

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4 Gedanken zu “Die schönsten Schreine & Tempel Kyotos

  1. Oh man, ist es echt schon so lange her, seit ich das letzte Mal einen Kommentar hier hinterlassen habe? Schande über mich. Das muss ich gleich mal nachholen. Mir ist auch aufgefallen, dass ich einige Beiträge wohl übersehen habe 😀
    Den Fushimi Inari Schrein mag ich auch sehr gerne, da war ich Ende letzten Monats zum ersten Mal und ich fand es toll :3 Leider war das Wetter nicht so gut und wir sind nicht weit nach oben gewandert, aber irgendwann will ich das nachholen :3
    Oh und ich hatte dich mal bei Instagram hinzugefügt 😀 unter eve_moep. Nur damit du dich nicht wunderst welcher komische Mensch denn deinen Bildern so folgt 😉
    Liebe Grüße
    P.S. Deine Herbstlaub Bilder von den Tempeln sind alle soo schön ❤

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