Jetzt also Tokyo

Seit dieser Woche, genauer gesagt seit Mittwoch, wohne ich in Tokyo bzw. einer Vorstadt von Tokyo, Mitaka. Das heißt ab jetzt schreibe ich alle meine Einträge live und in Farbe aus Japans Riesenmetropole im Osten. Tokyo kann man nicht beschreiben, man muss es selbst einmal erleben. Das Ballungsgebiet Tokyo ist nämlich nicht nur Japans bevölkerungsreichte Stadt, sondern auch gleichzeitig Hauptstadt des Landes sowie die am meisten bevölkerte Metropole der Welt. Über 9 Millionen Menschen nennen den Großraum Tokyo ihr Zuhause. Die Stadt selbst ist aufgeteilt in 23 Bezirke und es gibt wahrscheinlich nichts, dass es in Tokyo nicht gibt. Sie pulsiert, ja es ist fast so als hätte Tokyo einen eigenen Herzschlag.

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Ich bin ja nicht zum ersten Mal in Tokyo, aber als ich um 7 Uhr morgens in der Nähe des Bahnhofs Shinjuku nach einer über achtstündigen Fahrt ausgestiegen bin, war ich im ersten Moment doch etwas erschlagen. Der Busbahnhof für Fernbusse, eingerahmt von riesigen Wolkenkratzern und umgeben von Geschäftsgebäuden, liegt etwa 10 Minuten entfernt vom Bahnhof Shinjuku, einem der wichtigsten, vollsten und ganz nebenbei auch unübersichtlichsten Bahnhöfe Japans. Um diese Zeit war hier auf der Straße noch nicht viel los, dies sollte sich aber ändern sobald ich die Unterführung zum Shinjuku-Bahngebäude betrat. Tausende von Pendlern kamen mir entgegen, die sich bereits auf dem Weg zur Arbeit befanden. Bedacht darauf, niemandem im Weg zu sein (was während der morgendlichen Rush-Hour eine große Kunst ist – immerhin steigen hier statistisch gesehen pro Sekunde etwa 500 Menschen ein oder aus ) schob ich meinen Koffer weiter an einer Baustelle vorbei und suchte erst einmal die richtige Linie.
Nachdem ich diese gefunden hatte, hatte ich allerdings noch etwa 2 Stunden Zeit, da ich erst um 10 Uhr mit dem Vermieter des Share Houses, in dem ich die nächsten Wochen wohnen wollte, verabredet war. Also setzte ich mich in ein Cafè und frühstückte erst einmal ein paar Sandwiches. Nachdem ich noch ein wenig Zeit totgeschlagen hatte, ging ich langsam zum Bahnsteig und fuhr nach Mitaka.

Mitaka, wo ich nun wohne, ist eine kleine Stadt westlich von Tokyo. Mit dem Zug braucht man etwa 20-25 Minuten nach Shinjuku. Obwohl ich vom Haus aus nun etwa 15 Minuten bis zum Bahnsteig benötige (in Kyoto und Fukuoka waren es nur etwa 3 Minuten) und mich bisher immernoch jedesmal verlaufe, ist mein erster Eindruck aber doch sehr positiv. Die Nachbarschaft ist ruhig, fast dorfartig und ich kann sogar mal wieder Vögel zwitschern hören. Zum nächsten Supermarkt brauche ich etwa 5, zum nächsten Konbini etwa 4 Minuten. Der Vermieter hat mich vom Bahnhof mit dem Auto abgeholt und zum Haus gebracht. Obwohl ich zunächst etwas skeptisch war, da die Zimmer sehr alt sind, ist es nun da ich meinen Koffer ausgepackt habe doch sehr wohnlich geworden. Ich habe einen Kühlschrank, ein Waschbecken und eine Herdplatte im Zimmer, Duschen und WC sind am Ende des Flures.

Hier in der Nähe gibt es einen wohl sehr schönen Park, den Inokashira Koen, in dem ich morgen vielleicht noch einmal den Blick auf ein paar blühende Kirschbäume erhaschen kann. Nun lebe ich mich erst einmal wieder ein und werde die nächsten Tage dann noch ein paar Berichte aus Kyoto veröffentlichen, bevor ich dann über meine neuen Abenteuer hier in Tokyo berichte. Ich bin schon sehr gespannt, was ich hier noch alles erleben werde. Das es etwas zu berichten geben wird ist selbstverständlich – immerhin ist das hier Tokyo 😉

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5 Gedanken zu “Jetzt also Tokyo

  1. Wie schade, dass wir es nicht mehr geschafft haben uns irgendwie zu sehen als du noch in Kyoto warst. Wie lange bist du jetzt eigentlich noch in Japan?
    In Tokyo zu sehen ist bestimmt sehr interessant, ich bin schon auf deine Berichte gespannt 🙂
    Oh und was ich mal fragen wollte: Du machst ja Work & Travel, aber bis jetzt hast du ja hauptsächlich nur über deine Reisen berichtet. Mich würde auch mal interessieren, was du denn so schon gearbeitet hast 🙂
    LG

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    • Ja, finde ich auch sehr schade 😦 Vielleicht klappt es ja irgendwann endlich doch mal! Ich bin noch bis Ende Juni in Japan, dann geht’s zurück nach Deutschland.

      Das liegt daran, dass ich hauptsächlich das Travel des Work & Travels mache 🙂 Da ich vorher ja schon vier Jahre gearbeitet habe, hatte ich genug Zeit mir Geld anzusparen und auf die Seite zu legen und davon profitiere ich jetzt eben 😉 Habe bisher eher ehrenamtliches gemacht, wie z.B. Aktivitäten mit Schulkindern, das würde ich hier in Tokyo gerne auch wieder machen. Oder eher so kurze, einmalige Jobs, einmal war ich zum Beispiel bei einem Videodreh für eine neue Kamera (was sich toller anhört als es war, wir mussten eigentlich nur rumlatschen, die nahmen das dann auf um zu sehen, wie die Videoqualität ist und so). In Kyoto habe ich ein paar Bewerbungen geschrieben und hatte auch zwei Vorstellungsgespräche. Ich hatte auch eine Zusage, bei der ich aber aus diversen Gründen selbst abgesagt habe. Abgesehen davon habe ich auch schon ab und zu private Deutsch-Stunden gegeben, vielleicht kann ich das hier in Tokyo auch wieder machen.
      Sowas halt, also so wirklich interessantes gibt es da nicht zu erzählen 😀

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      • Sollte ich mich bis Ende Juni mal wieder in Tokyo befinden (was durchaus mal sein könnte :D) lasse ich es dich wissen!
        Ah, so machst du das also 😀 Ja, dann hast du es ja schön entspannt!
        Wir können hier ja auch Aktivitäten mit Schulkindern und so was machen, aber da muss man dann immer irgendwie was über Deutschland erzählen und bis jetzt habe ich mich das noch nicht getraut haha. Aber damnächst „muss“ ich ja, vielleicht mach ich das danach dann ja öfters 😉
        Der Videodreh hört sich lustig an! Das war bestimmt ein Erlebnis. 😀

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  2. Endlich in Tokyo angekommen. Ich finde ja das man Tokyo absolut mit keiner anderen Stadt vergleichen kann. Alleine das jedes Viertel unterschiedlich ist macht Tokyo ziemlich besonders. Ich weiß noch wo ich nach Shinjuku gefahren bin und die flachen Straßen plötzlich richtig Bergauf gingen. Sowas kannte ich vorher nur aus kleineren Dörfern Deutschlands. (Ich bin ein Berlinkind, hier gibts sowas ja gar nicht XD)
    Und langsam neigt sich die Reise auch zu Ende, finde ich irgendwie schade weil der Blog damit wohl auch erstmal sein ende nimmt. Ich fands immer toll deine Eindrücke zu lesen ❤ (Auch wenn ich sehr unsichtbar war X'D)

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