Katzencafè.

Mitte März war ich zum ersten Mal in einem Katzencafè. Katzencafè? Nein, dass ist kein Cafè für Katzen – es ist ein Konzept, dass in Asien seit etwa 2004 immer beliebter wird. Man könnte sagen, es ist ein spezielles Cafè für Katzenmenschen!

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Was macht man zum Beispiel, wenn man keine eigene Katze halten kann? Etwa weil keine Tiere in der Wohnung erlaubt sind, jemand in der Familie eine Tierhaarallergie hat oder man zu viel arbeiten muss? Wenn man einfach mal mit einer Samtpfote schmusen will oder einfach nur die beruhigende Gegenwart von Tieren schätzt? Genau, man geht in ein Katzencafè. Katzencafès gibt es in Japan vor allem in großen Städten. Es sind spezielle Cafès, in denen Katzen wohnen und man kann dort mit ihnen spielen, schmusen oder sie einfach nur beobachten. Nebenbei gibt es natürlich auch Getränke und kleine Gerichte zum Essen. Kinder sind in Katzencafès gemeinhin nicht erlaubt, damit die Tiere ihre Ruhe haben können.
Die Wahl des Katzencafès ist sehr wichtig. Man sollte nur Cafès unterstützen, die ihren Tieren eine gute Umgebung und Haltungsbedingungen bieten. Es soll nämlich auch Cafès geben, die ihre Tiere mit Drogen vollpumpen, damit sie still halten und alles mit sich machen lassen, solche Cafès sollte man natürlich auf keinen Fall unterstützen… Die Tiere sollten sich außerdem zurückziehen dürfen, wenn sie ihre Ruhe haben wollen.

Ich habe daher nach einem schönen Katzencafè in Kyoto gesucht, weil ich gerne einmal eines besuchen wollte. Außerdem vermisse ich meine Vierbeiner in Deutschland sehr, daher wollte ich mich gerne einmal wieder mit ein paar Tieren beschäftigen. Meine Wahl fiel auf das Katzencafè Nekokaigi und so fuhr in eines Sonntagsnachmittags dorthin.

Das Cafè zu finden war eigentlich recht einfach, auch wenn ich nur durch Zufall das Schild vor dem Eingang gefunden habe. Es befindet sich im zweiten Stock und nachdem ich mit dem Aufzug nach oben gefahren war, stand ich im Vorraum des Cafès. Da nur eine bestimmte Anzahl von Personen hineindarf, musste ich zunächst meinen Namen wie in Japan so üblich mit Personenanzahl in einer Liste notieren und etwa eine halbe Stunde warten, dann durfte ich nach drinnen.
Man bezahlt in Katzencafès nach Zeit. Eine Stunde Katzenkuscheln kostete in Nekokaigi 900 Yen, also etwa 7 Euro (Katzenhaare inklusive). Ich bestellte mir auch noch einen Matcha-Latte dazu. Nachdem mir die Regeln erklärt worden waren, verstaute ich meine Tasche in einem der Schließfächer und sah mich um. Der Raum bestand aus ein paar kleinen Tischen mit Sitzkissen für die Zweibeiner, ansonsten gab es Kratzbäume und allerlei Kissen für die Katzen.

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Ich war etwa um 5:15 Uhr da und die Katzen waren zunächst alle etwas dösig. Die meisten schliefen. Dieses Cafè hatte etwa 13 Katzen. Das schöne an diesem Cafè fand ich, dass die meisten Katzen aus dem Tierheim oder ehemalige Straßenkatzen waren und keine Rassekatzen vom Züchter. Sie schienen auch alle sehr zufrieden zu sein und die netten Besitzer des Cafès abgöttisch zu lieben, da sie sehr oft maunzend und schnurrend auf diese zuliefen, sich an der Theke und dem dortigen Körbchen aufgehalten haben.

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Ich beobachtete die Katzen eine Weile und trank meinen Matcha. Später wurden die Katzen dann etwas munterer und beobachteten neugierig die Besucher. Ich streichelte die Katzen und irgendwann setzte sich eine auf meine Beine und ließ sich faul den Po kraueln. Dort blieb sie dann auch eine ganze Weile sitzen bis meine Beine eingeschlafen waren, aber wer schmeißt schon gerne eine Katze von sich herunter 😉

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Der Besuch hat mir sehr gut gefallen und ich finde eine Stunde ist auch völlig ausreichend. Die Katzen waren allesamt sehr süß und verschmust und ich werde hier in Tokyo wohl auch noch einmal ein anderes Katzencafè besuchen 🙂

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