Wo sich Howl, Totoro, Chihiro & Co. Gute Nacht sagen: Ein Besuch im Studio Ghibli Museum

Was haben ein wandelndes Schloss, ein Katzenbus, Eltern die in Schweine verwandelt wurden, der Kampf zwischen Natur und Mensch und der Lieferservice einer kleinen Hexe miteinander gemeinsam? Genau, bei ihnen allen handelt es sich um Filme aus dem weltberühmten Studio Ghibli!

Das スタジオジブリ (Studio Ghibli) ist ein japanisches Zeichentrickfilmstudio. Auch vielen Menschen, die sonst nie Animes (japanische Zeichentrickfilme) sehen, sind die Ghibli-Filme bekannt und sie erfreuen sich großer Beliebtheit bei Jung und Alt auf der ganzen Welt. Vor allem Gründer Hayao Miyazaki hat mit seinen Ideen und Filmen zur Bekanntheit des Studios und des Animes außerhalb Japans beigetragen.
Die Filme des Studio Ghiblis sind sehr erfolgreich. 千と千尋の神隠し (Sen to Chihiro no kamikakushi, Chihiros Reise ins Zauberland) beispielsweise gewann 2003 nicht nur einen Oscar und den goldenen Bären der Berlinale, sondern galt lange Zeit als der erfolgreichste Film Japans.

Da sich die Filme großer Beliebtheit erfreuen und die Figuren in Japan jedes Kind kennt (Ghibli ist für Japan so etwas wie Disney) ist es nicht verwunderlich, dass das Studio auch ein kleines Museum in Mitaka am Rande des Inokashira Koen betreibt, dass man besuchen kann.

Tickets für das Museum zu bekommen ist nicht so einfach, da es immer gut besucht ist. Man muss sich die Tickets für einen bestimmten Tag und eine bestimmte Uhrzeit reservieren und bei der Konbini-Kette Lawson kaufen. Ich hatte ein Ticket für Anfang Mai um 14:00 Uhr ergattert und machte mich daher um kurz nach 13:00 Uhr auf den Weg. Ich wohne nämlich nur 15 Minuten zu Fuß vom Museum entfernt – eigentlich. Denn nach einer Weile hatte ich mich hoffnungslos in unbekannten Seitengassen verlaufen und keine Ahnung mehr, wo ich eigentlich war. Zum Glück kam ich irgendwann wieder auf die Hauptstraße und fand eine Bushaltestelle, von der aus ein Bus zum Mitaka Hauptbahnhof fuhr. Von dort fährt nämlich ein Shuttle-Bus zum Museum. Also stieg ich kurzerhand in den nächsten Bus um 13:25 ein, um es noch rechtzeitig zum Museum zu schaffen.

Das Museum sieht bereits von außen aus, als wäre es geradewegs einem Ghibli-Film entsprungen. Das Gebäude hat eine interessante Form und ist über und über mit Pflanzen bewachsen.

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Im Museum selbst darf man leider keine Fotos machen, ich habe extra noch einmal nachgefragt. Leider ist das in Japan sehr oft so, Fotos sind meistens verboten.
Mein Ticket wurde dann am Empfang zu einer echten Eintrittskarte umgetauscht – ein kleiner Filmstreifen aus einem der Filme.

Als erstes betrat ich die Eingangshalle des Museums. Es besteht aus verschiedenen Stockwerken und viele Treppen führen nach oben in die weiteren Räume. Im Erdgeschoss kann man sich zunächst im ersten Raum verschiedene Nachbildungen und 3D-Skulpturen von Figuren aus den Filmen ansehen. Einige bewegen sich sogar.
Im Erdgeschoss gibt es außerdem noch ein Kino, in dem Kurzfilme, die das Studio extra für das Museum gezeichnet hat, gezeigt werden. Jeden Monat wird ein anderer Film gezeigt. Das Kino wollte ich mir allerdings für den Schluss aufheben und so ging ich zunächst hinauf in den ersten Stock.

Dort konnte man durch mehrere Räume gehen, in denen überall an den Wänden Originalskizzen, Storyboards und Charakterdesigns hingen. Auch das alte Arbeitszimmer von Hayao Miyazaki war nachgebaut und sah wirklich so aus, wie man sich das Zimmer des genialen Zeichners vorstellt; voll mit Büchern, Zeichenutensilien und Flugzeugmodellen.
Im gleichen Stockwerk gab es dann noch eine Sonderausstellung, die wohl alle paar Monate wechselt. Zur Zeit meines Besuchs wurde die Geschichte Der Nussknacker im Ghibli-Design vorgestellt. Ich muss gestehen, dass ich nur die Barbie-Nussknackerversion kenne, die ich als Kind immer zu Weihnachten im Fernsehen gesehen habe, daher war es einmal interessant zu sehen was das Studio Ghibli aus der Geschichte macht. Es gab auch noch ein Zimmer voller Nussknacker, die den Besucher drohend anstarrten.

Im zweiten Stock gab es dann den Souvenirladen des Museums, der mich doch etwas überrascht hat. Ich war bereits in einigen offiziellen Ghibli-Läden, unter anderem in Fukuoka, Kobe und Kyoto, und diese Läden hatten mehr Auswahl als dieser. Es gab viele Dinge überhaupt nicht, die es in den anderen Läden gab, was mich doch wunderte, da ich eigentlich angenommen hatte das Museum würde wohl den größten Laden besitzen.
Die kleine Gallerie entlang gab es dann noch einen Raum mit der Nachbildung des Katzenbusses aus Mein Nachbar Totoro. Leider durften nur Kinder bis 12 Jahren darauf spielen. Ich bin leider nicht mehr als 12 durchgegangen.

Eine kleine Wendeltreppe nach oben ging es dann zum Dachgarten. Dort findet man eine lebensgroße Figur des Roboters aus Das Schloss im Himmel vor, der über das Museum zu wachen scheint.

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Wieder eine Treppe nach unten gab es dann noch ein Restaurant, in dem ich etwas gegessen und getrunken habe. Dort befindet sich auch der Ausgang und ich wollte gerade nach draußen gehen als mir geradeso noch einfiel, dass ich ja noch ins Kino gehen wollte. Also ging es wieder nach unten ins Erdgeschoss.
Die nächste Vorstellung sollte in 15 Minuten beginnen, also hieß es noch etwas warten, dann durfte man das kleine Kino betreten.

Der Film war sehr süß und ich hatte überhaupt keine Probleme ihn zu verstehen. Er hieß Mei to Konekobasu und basierte auf den Charakteren von Mein Nachbar Totoro. Die kleine Mei lockt darin einen kleinen Kätzchenbus mit Karamell-Bonbons an. Dieser kommt in der Nacht zurück und nimmt sie mit, um ihr seine Familie vorzustellen. Es gibt nämlich nicht nur einen Katzenbus, sondern auch einen Katzenzug sowie ein Katzenluftschiff. Auch Totoro hat einen Auftritt.
Nachdem der Film zu Ende war, ging es über einen Innenhof zum Ausgang.

Der Besuch im Studio Ghibli Museum hat mir sehr gut gefallen und ist für jeden Ghibli-Fan ein Muss! Das Museum ist aber doch sehr klein und es gibt nicht sehr viel zu sehen. Dennoch ist zumindest ein Besuch ein absolutes Muss, schon alleine wegen der liebevollen Gestaltung und Einrichtung des Museums.

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Allen, die nur Bahnhof verstanden haben, weil sie die Filme nicht kennen, gebe ich hiermit den Auftrag: Anschauen!
Meine Lieblingsfilme des Studios sind übrigens Chihiros Reise ins Zauberland und Das wandelnde Schloss, die ich nur jedem empfehlen kann! 🙂

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