Streifzug durch Odaiba

Odaiba (お台場) ist eine menschgemachte, künstliche Insel im Süden Tokyos, an der auch der Hafen Tokyos liegt. Ganz recht, Odaiba ist Ende der 80er Jahre durch Landaufschüttung entstanden und die kleine Insel ist daher über die Rainbow Bridge mit dem Festland verbunden. Mitte der 90er Jahre war Odaiba fast verlassen, niemand wollte dort wohnen, da die Verbindung zum Rest Tokyos sehr mühsam war. Heute jedoch haben viele Firmen ihren Hauptsitz dort (unter anderem der Fernsehsender Fuji TV) und es gibt viele Unterhaltungsangebote.

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Mir hat Odaiba bei meinem letzten Besuch vor etwa zwei Jahren sehr gefallen, also wollte ich es gerne noch einmal besuchen. Anfang Mai hat sich dann eine gute Gelegenheit ergeben und ich habe mich mit Eva dort verabredet. Wir kennen uns schon eine Weile, unter anderem weil wir gegenseitig unseren Blogs folgen, und da wir zurzeit beide in Japan sind wollten wir uns schon längst einmal treffen. Irgendwie wurde aber nie etwas daraus, Anfang Mai war Eva aber über das Wochenende in Tokyo und wir haben es endlich einmal auf die Reihe gebracht, uns zu treffen 😉

Um 13:00 Uhr waren wir an der Station Daiba verabredet und haben uns danach erst einmal die Gundam Statue angeschaut. Ich kenne Gundam überhaupt nicht, aber dabei handelt es sich wohl um eine Fernsehserie über einen Roboter. Aus irgendeinem Grund steht von diesem Roboter eine riesige Statue in Odaiba und wir wussten beide nicht so genau warum. Ich habe aber ein wenig nachgeforscht und anscheinend wurde diese zum 30-jährigen Jubiläum in seiner „Originalgröße“ angefertigt und stand früher in Shizuoka. Seit 2011 steht sie wohl in Odaiba und es gibt sogar ein Cafè und einen Souvenirshop, die man dort besuchen kann. Was auch immer der Grund ist das sie ausgerechnet dort steht, die Statue ist riesig und blinkt nachts sogar.

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Anschließend haben wir uns dazu entschlossen, Fuji TV zu besuchen. Das Gebäude von Fuji TV ist sehr auffallend, da es eine „Kugel“ enthält, in der sich eine Aussichtsplattform befindet. Überhaupt gibt es viele interessante Gebäude und Gebilde in Odaiba, wer sich für Architektur interessiert wird bestimmt begeistert sein.

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Also sind wir ein paar Rolltreppen nach oben und haben uns eine Karte für die Plattform gekauft. Diese nennt sich Hachitama und man kann von dort aus über die Tokyo Bay und Odaiba schauen. Man fährt mit dem Aufzug dafür in den 25. Stock. Es war ziemlich laut dort oben, weil es einerseits eine Dragonball-Ausstellung gab, andererseits sind kurz nach uns Schulklassen dort eingefallen, was immer eine große Geräuschkulisse darstellt.

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Man konnte sich dann noch andere Teile des Gebäudes ansehen. Es gab in einem Stockwerk zum Beispiel ein Studio das man besichtigen kann. Dort werden täglich Mezamashi TV, eine Art Morgenmagazin sowie der Wetterbericht des Tages aufgezeichnet. Das Studio ist ziemlich bunt und man hat durch die Fenster eine tolle Kulisse hinter den Moderatoren geschaffen. Es gab auch ein paar Autogramme von Besuchern an der Wand zu bewundern, unter anderem von japanischen Schauspielern und Musikern.

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Nachdem wir dann wieder unten und in einem Souvenirshop gewesen waren, ging es noch durch einen Korridor mit verschiedenen Plakaten und Aufstellern zu Serien, die bei Fuji TV laufen. Dort haben wir dann durch eine Mitarbeitern herausgefunden, dass wir Rolling Coin Tower, ein Spiel aus der Gameshow VS Arashi, spielen können.

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VS Arashi ist eine Gameshow, die schon viele Jahre auf Fuji TV läuft. Die Mitglieder von Arashi, einer J-Pop Gruppe, moderieren die Sendung und treten dort wöchentlich gegen Gäste an, gegen die sie bei verschiedenen Spielen um Punkte kämpfen. Die Show ist ziemlich lustig und ich mag Arashi sehr gerne. Daher habe ich mich sehr gefreut einmal ein Spiel aus der Show spielen zu dürfen – und Rolling Coin Tower ist sogar noch mein Lieblingsspiel aus VS Arashi 🙂
Im Erdgeschoss sprachen wir einen Mitarbeiter an und durften dann in den Eingangsbereich gehen. Dort war das Spiel aufgebaut.
In Rolling Coin Tower geht es darum, Holzchips so aufeinander zu stapeln, dass sie einen Turm bilden. Vier Spieler treten dabei gegeneinander an und der Turm wird durch die Chips natürlich immer höher und wackelt bedrohlich. Wer den Turm umwirft oder bei wem er umfällt, der hat verloren. Das Spielbrett bewegt sich dabei übrigens auch noch. Wer sehen möchte wie das Ganze in Aktion aussieht, der kann sich einmal dieses Video anschauen (etwa ab 02:36 Minuten fängt das Spiel an).
Es war ziemlich lustig und Eva und ich waren total aufgeregt und haben wohl beide gezittert (ich zumindest), aber wir haben den Turm ziemlich hoch aufgebaut bis er schließlich bei Mitspieler Nummer 4 umgefallen ist. Wir hätten also gewonnen 😉

Danach haben wir uns noch die Rainbow Bridge von weitem angeschaut und ein paar Fotos von der Freiheitsstatue gemacht. Ihr habt richtig gelesen – in Odaiba steht nicht nur ein riesiger Gundam Roboter, sondern auch eine Nachbildung der Freiheitsstatue, allerdings etwas kleiner. Japan liebt Nachbildungen – der Tokyo Tower ist zum Beispiel dem Eifelturm nachempfunden und bei der Rainbow Bridge muss ich an die Golden Gate Bridge denken 😉

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Nachdem wir dann etwas gegessen hatten sind wir noch zum Riesenrad gelaufen, dass es in Odaiba gibt. Es war dort ziemlich wenig los, deswegen konnten wir gleich mitfahren. Man hatte eine schöne Aussicht über Odaiba und die Bucht von Tokyo. Als wir wieder unten waren haben wir dann noch ein wenig Zeit und Geld in einem Gamecenter verbracht, was ziemlich lustig war.

Zum Abschluss haben wir uns dann noch an den kleinen Strand gesetzt und aufs Wasser geschaut. Die Sonne begann gerade unter zu gehen und tauchte alles in ein goldenes Licht.
Zum Schluss sind wir dann mit der Yurikamome-Line zurück aufs Festland und haben in Shinbashi in einem winzigen Stehrestaurant noch schnell eine Nudelsuppe gegessen, weil Eva danach gleich ins Hotel wollte, und haben uns dann dort verabschiedet.

Der Tag war sehr lustig, ich mag Odaiba noch mehr als vorher und habe mich sehr gefreut, dass es endlich einmal mit dem Treffen geklappt hat. Gerne wieder 🙂

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3 Gedanken zu “Streifzug durch Odaiba

  1. Huch, hatte ich hier noch gar nicht kommentiert? Dann muss ich das nachholen 😀
    Es war wirklich ein toller Tag, und ich fand es super, dass wir uns endlich treffen konnten!

    Und ja, ich hab bei Rolling Coin Tower auch gezittert. Aber gut das wir trotzdem gewonnen haben haha 😀
    Und ich bin auch immer wieder für ein Treffen zu haben 😉

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  2. Nach langer Zeit habe ich mal wieder einen Computer und kann mir die Einträge endlich wieder angenehm durchlesen. (Mein Handy ist super klein XD)
    Ich liebe Odaiba ja sehr, für mich ist es immer eine Kindheitserinnerung, da ich Odaiba durch Digimon kennen gelernt habe. 🙂 Leider hatte ich damals nicht so viel Zeit mir alles genau anzusehen, aber beim nächsten mal geh ich auch auf die Aufsichtsplattform ❤

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    • Bei Odaiba muss ich auch immer als erstes an Digimon denken 😀 Wenn man den Anime und das heutige Odaiba vergleicht hat sich eigentlich gar nicht viel verändert (und immerhin ist die Serie schon von 1999). Aber es ist wirklich total schön dort~

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