Der Fuji – Den Göttern so nah

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Der Fuji (富士山, Fuji-san oder eher fälschlicherweise Fuji-yama) ist ein zurzeit nicht aktiver Vulkan auf der Hauptinsel Honshu. Er ist mit 3776 Metern Höhe der höhste Berg Japans und wohl auch der bekannteste. Seit 2013 gehört er zum Weltkulturerbe und jährlich besteigen ihn tausende von Menschen. Der Fuji gilt als heilig und auf ihm soll angeblich die Gottheit Konohanasakuyahime hausen. Bei gutem Wetter kann man den Fuji sogar von Tokyo und Yokohama aus sehen.

Mitte Mai habe ich mich dazu entschlossen, einmal die Umgebung um den Fuji herum zu besuchen. Dazu bin ich mit dem Bus etwa 2 Stunden bis nach Kawaguchiko gefahren, einer der besten Ausgangspunkte für Ausflüge in die Umgebung des heiligen Berges.

Jedes Jahr findet unterhalb des Fujis das Shibazakura Festival statt, das wohl bekannteste Festival dort. Bei Shibazakura handelt es sich um eine Art Moos, dass Ende April bis Ende Mai blüht und zusammen mit dem Fuji ein tolles Fotomotiv abgibt. Dieses Festival wollte ich unbedingt besuchen, also habe ich mir gleich nach Ankuft eine Kombinationskarte von Bus- und Eintrittskarte gekauft und auf den nächsten Shuttlebus gewartet. Bis der kam war es fast zwei Uhr, daher war ich mir bereits zu dieser Zeit ziemlich sicher nicht alle Pläne des Tages zu schaffen. Die Fahrt zum Festivalgelände dauerte etwa 45 Minuten, was noch einmal länger als geplant war.

Das Shibazakura war einfach atemberaubend schön. Die Felder waren um einen kleinen See herum gepflanzt und blühten wunderschön rosa und weiß. Da es schönes Wetter war, konnte man den Fuji sehr gut sehen (denn der Fuji versteckt sich bei nur etwas schlechtem Wetter gerne hinter Wolken).

Danach habe ich noch etwas gegessen und mir als Nachtisch passenderweise ein Taiyaki mit Sakura-Füllung geholt. Taiyaki sind eine Art gefüllte Waffel in Fischform und ich esse sie sehr gerne.

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Nun war es schon vier Uhr und ich fuhr mit dem nächsten Shuttlebus zurück. Wieder in Kawaguchiko angekommen, überlegte ich schnell was ich noch machen könnte. Ich hatte mir eigentlich noch einige Sachen vorgenommen, aber hatte mich sehr in der Zeit verschätzt, vor allem das der Bus so lange bis zum Festival und zurück brauchte hatte ich nicht bedacht. Da um sechs Uhr bereits mein Bus zurück fuhr, habe ich mich für eine kurze Zugfahrt zu einem Schrein entschieden. Dieser Schrein namens Arakura Sengen  Schrein beherbergt eine Pagode, die zusammen mit dem Fuji im Hintergrund ein bekanntes Fotomotiv darstellt.
Mit dem Zug brauchte ich etwa 10 Minuten bis zur nähesten Station, dort fragte ich die Bahnangestellte nach dem Weg und sie gab mir eine kleine Karte. Immer mit Blick auf die Uhr (es war jetzt schon nach fünf) hetzte ich in Richtung Schrein. Dort ging es dann noch einmal gefühlt 1000 Stufen nach oben, nach der Hälfte machte ich erst einmal schlapp. Ich hatte eigentlich keine Zeit mehr, aber ich kämpfte mich die letzten Stufen nach oben. Dort stellte ich fest, dass der Standort von dem aus ich das Foto machen wollte noch einmal ein Stück weiter oben auf dem Hügel war und ich gab resigniert auf. Schnell machte ich noch ein Foto vom Fuji, stellte fest das meine Speicherkarte sowieso voll war und hetzte die Stufen wieder nach unten und zurück zur Bahn. Das hat mich ziemlich geärgert, aber ich hatte einfach keine Zeit mehr. Irgendwann hole ich dieses olle Foto mit Pagode und Fuji zusammen noch nach!

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Zurück an der Bahnstation angekommen, wollte ich ein Ticket zurück kaufen, aber die Bahnangestellte meinte das müsste ich im Zug machen. Verwirrt wartete ich also auf den Zug – irgendwie ist das Ticketsystem hier manchmal ein wenig eigenartig, überall ist es anders. Der Zug war dann übrigens ein Sonderzug der aussah wie Thomas die Lokomotive 😉
Im Zug hatte ich jedoch keine Ahnung wo ich eine Karte herbekommen sollte, ich hatte gehofft ein Schaffner würde herumlaufen aber es war niemand zu sehen. Also fuhr ich schwarz zurück nach Kawaguchiko. Dort erklärte ich dem Mann an der Schranke mit traurigem Gesicht das ich im Zug kein Ticket lösen konnte, drückte ihm abgezählt den Ticketpreis in die Hand und damit war die Sache in Ordnung. Um sechs Uhr fuhr dann mein Bus zurück nach Tokyo.

Ich hatte mich an diesem Tag ganz schön mit der Zeit verschätzt und konnte kaum etwas von dem machen, was ich machen wollte. Aber immerhin war ich beim Shibazakura Festival, dass war die Fahrt auf jedenfall wert. Irgendwann muss ich unbedingt noch einmal zum Fuji, denn es gibt dort noch so viel mehr zu sehen! Und wer weiß – vielleicht bin ich irgendwann in der Zukunft einmal fit genug, mir auch den Aufstieg auf den Fuji zuzutrauen 😉

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Ein Gedanke zu “Der Fuji – Den Göttern so nah

  1. Du bist mit Thomas der Lokomotive gefahren :O
    Zum Fuji muss ich auch unbedingt noch! Das habe ich noch nicht geschafft.
    Aber die Blumen sehen echt wunderschön aus! Schade dass es die nicht immer gibt 😀

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