348 Tage.

Heute ist der Tag gekommen. Der Tag, den ich von allen Tagen am wenigsten herbeigewünscht habe und von dem ich doch wusste, dass er unaufhaltsam näher kommt – denn es heißt entgültig Abschied nehmen. Abschied von Japan.

Wie die Überschrift schon sagt war ich 348 volle Tage meines Working Holidays in Japan. 348 Tage voller Reisen, Abenteuer, neuen Orten und Gesichtern. 348 Tage, die nicht immer einfach, aber doch immer genauso waren wie sie sein sollten.

Es ist schwer in Worte zu fassen, was dieser Abschied in mir auslöst. Eigentlich hatte ich gehofft am Ende meiner Reise Japan mit einem Lächeln verlassen zu können. Mit dem Gefühl, alles gesehen und gemacht zu haben was ich in Japan tun wollte. Sagen zu können, dass ich auch gerne wieder nach Deutschland zurückkehre.
Das kann ich alles, aber mit einer Art von Traurigkeit wie ich sie noch nie erlebt habe. Denn wenn ich könnte würde ich noch bleiben. Wenn ich könnte würde ich genauso weitermachen wie bisher. Leider kann ich an meiner Visadauer von 365 Tagen aber nichts ändern, also habe ich keine Wahl.
Dennoch bin ich absolut zufrieden mit diesen 348 Tagen. Ich würde keine Sekunde davon ändern und nichts anders machen. Dieses knappe Jahr in Japan gehört mit Sicherheit zu den schönsten Erinnerungen die ich habe. Und diese Zeit werde ich nie vergessen, weil sie für mich persönlich einfach sehr wichtig war.

Jetzt bleibt mir nur noch Japan auf Wiedersehen zu sagen. Denn bereits jetzt steht für mich fest, dass ich so schnell wie möglich wieder herkommen muss. Ich möchte wiederkommen, Urlaub machen, Freunde besuchen und all die Orte sehen, die ich noch nicht gesehen habe, denn es gibt immer noch genug davon. Und wer weiß – vielleicht führt mich mein Weg irgendwann wieder für längere Zeit hierher.

In diesen 348 Tagen habe ich in drei verschiedenen Städten Japans gewohnt (Fukuoka, Kyoto und Tokyo). Ich habe 17 Präfekturen besucht, von Okinawa im Süden bis hinauf nach Hokkaido im Norden. Mein Hauptaugenmerk hatte ich mir bereits vorher auf das Reisen gesetzt und genau das habe ich auch getan. Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, ein so interessantes Land ein ganzes Jahr lang zu bereisen? Ich habe viele Orte gesehen und besucht, von denen andere nicht einmal wissen das sie existieren.
Ich habe den japanischen Alltag miterlebt, all die Dinge wie Friseur, Erdbeben, Behördengänge, Arztbesuche und vieles mehr mitgemacht. Ich kann also von mir aus behaupten, dass ich einen Einblick in den japanischen Alltag bekommen habe, mit all seinen positiven und negativen Seiten, der einem als Tourist verwährt bleibt. Ich musste mich durch viele Dinge durchbeißen und diese selbst regeln, in einem fernen Land weit entfernt von Deutschland. Und es hat immer irgendwie funktioniert, was eine sehr wichtige Erfahrung für mich war.

Dieser Eintrag wird wahrscheinlich veröffentlicht, wenn ich gerade im Flugzeug sitze. Daher bleibt mir nur noch ein letztes Mal zu sagen: Auf Wiedersehen, Japan. Und allen Lesern, die noch nie selbst in Japan waren lege ich hiermit ans Herz auch einmal eine Reise in das Land der aufgehenden Sonne zu unternehmen. Und wer weiß – vielleicht werdet ihr Japan ja genauso sehr ins Herz schließen wie ich.

Das ganze Leben ist ein ewiges Wiederanfangen.

Hugo von Hofmannsthal

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4 Gedanken zu “348 Tage.

  1. Nach einem Jahr, das ist schon hart. Aber wer weiß, vielleicht hast du irgendwann die möglichkeit sogar beruflich bedingt öfters nach Japan zu gehen oder sogar an einem Austauschprogramm mit zu machen. Heut zu Tage ist das ja sehr einfach geworden im gegensatz zu früher.
    Mich würde noch interessieren wie gut dein japanisch nun ist. Konntest du viel lernen in der Schule? Reicht es nach einem jahr inzwischen für ein festes Gespräch mit Japanern?
    Und konntest du als Ausländer auch neue Japaner kennen lernen? Oft ist es ja leider so das man sich als Ausländer ja eher auch nen Ausländer Freundeskreis anlacht weil Japaner trotz freundlichkeit schwer zugänglich sein können.
    Aber schön das du auch nix von dem jahr bereust, schließlich ist es ja auch nicht ganz so einfach ein Jahr alleine in einem wirklich anderen Land als Deutschland zu leben. 🙂

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    • Work and Travel in Japan, warum bin ich eigentlich nie auf diese Idee gekommen 🙂 Das Land scheint wirklich einiges zu bieten. Ich habe demnächst auch vor, einige Zeit mit Work and Travel in Ozeanien zu verbringen, da ist Japan bestimmt mal einen Abstecher wert. Darf ich Dich fragen, ob du mit einer Agentur verreist bist? Ich vergleiche derzeit noch einige Angebote und Stepin sagt mir z. B. sehr zu.
      Ich würde mich freuen, von Dir zu hören.
      LG,
      Marco

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      • Ich habe zu 90% alles selbst organisiert, da es gerade zu Japan nur sehr wenige Angebote gibt und man meiner Meinung nach die meisten Dinge, die Organisationen anbieten, leicht selbst regeln und organisieren kann. Einzig meinen 2-monatigen Aufenthalt in einer Sprachschule habte ich über die Agentur Direkt-Sprachreisen gebucht. Bei mir gab es keinerlei Probleme nach Ankunft, weswegen ich mit dem Ansprechpartner überhaupt nicht mehr in Kontakt treten musste nachdem ich in Japan angekommen war, daher kann ich leider nicht sagen wie die Organisation bei Problemen unterstützt. Die Buchung der Sprachkurse verlief aber ohne Probleme, kann die Organisation also durchaus empfehlen!

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