Lost and Found in Translation

In wohl so ziemlich jeder Sprache der Erde gibt es sie: Wörter, die man einfach nicht in eine andere Sprache übersetzen kann. Denn oftmals gibt es für ein Wort in einer anderen Sprache einfach keine passende Übersetzung, weil dieses Wort nur in dieser Form und mit dieser Bedeutung in der einen Sprache existiert.

Japanisch zum Beispiel hat viele solcher Wörter. Für mich ist Japanisch wohl die schönste Sprache der Welt, was unter anderem auch daran liegt, dass es bestimmte Begriffe, Redewendungen oder Wörter gibt, die man einfach in keiner anderen Sprache ausdrücken kann. Japanisch hat viele wunderschöne Wörter, die es in anderen Sprachen einfach nicht gibt. Man kann ihre Bedeutung umschreiben, aber man wird niemals ein passendes deutsches Wort dafür finden. Heute möchte ich einmal ein paar meiner liebsten japanischen Wörter oder Ausdrücke vorstellen und versuchen zu erklären, was sie bedeuten. Denn durch sie kann man oftmals auch sehr viel über die japanische Mentalität und Kultur lernen!

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Im Kirschblütenregen.

Da es jetzt schon wieder über einen Monat her ist wird es doch endlich einmal Zeit, dass ich ein wenig über die Kirschblütenzeit erzähle, die ich dieses Jahr zum ersten Mal in Japan miterlebt habe.

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Die Kirschblüte heißt in Japan Sakura (桜). Sie hat in Japan eine sehr große Bedeutung; da das Schuljahr in Japan im April endet und beginnt, also genau zu der Zeit in der auch die Kirschblüte anfängt zu blühen, verbinden viele die Sakura mit Veränderung und Aufbruch. Außerdem markiert sie den Beginn des Frühlings. Viele Japaner bezeichnen die Sakura außerdem als ihre Lieblingsblüte. Es gibt dann auch sehr viele Lebensmittel und Produkte, in denen Sakura in irgendeiner Form enthalten ist. Eis, Kuchen, Tee oder Gebäck – und alles mit Sakura-Geschmack. Den Geschmack kann man schwer beschreiben; er erinnert etwas an Kirsche, ist aber ein Hauch bitterer.
Das Besondere ist außerdem, dass die Sakura je nach Region in Japan zu unterschiedlicher Zeit zu blühen beginnt. Da Japan in verschiedene Klimazonen eingeteilt ist und es verschiedene Arten von Kirschbäumen gibt, blüht sie im Süden und Westen Japans bereits im März und im Osten im April, bis sie dann beginnt im Norden zu blühen kann es Mai sein. Wenn sie dann allerdings einmal blüht, platzen die Parks und schönsten Ecken vor lauter Menschen, die die Kirschbäume sehen wollen regelrecht aus allen Nähten, denn: die Sakura blüht nur sehr kurz. Die Zeit, in der sie wirklich in voller Blüte steht, ist gerade einmal eine knappe Woche. Schlechtes Wetter oder kalte Temperaturen können die Blütezeit dann noch einmal verkürzen. Dieses Jahr war es zum Beispiel hier in Tokyo so. Drei Tage nachdem die meisten Bäume in voller Blüte standen, begann es sehr stark windig zu werden und zu regnen, weswegen viele Bäume ihre Blüten leider wieder sehr schnell verloren haben.

Ich hatte das Glück, dass ich gleich in zwei Regionen Sakura blühend sehen konnte. Ende März konnte ich schon ein paar schöne Blüten in Kyoto sehen und als ich in Tokyo ankam, blühten hier gerade die ersten Bäume.

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Das Geräusch des Sommers.

Sobald es in Japan Sommer wird, hört man es – ein schrilles Schreien, Zirpen, Pfeifen, Trällern. Läuft man in Japan in den Sommermonaten an einem Baum vorbei, wird man ihnen zu 99% Sicherheit begegnen, wenn auch nur hörbar.

Die Rede ist von 蝉 (Semi), oder auf Deutsch Zikaden. Es ist unbeschreiblich im Sommer durch japanische Parks, Wälder oder einfach nur Grünanlagen zu laufen. Von überall her ertönen die Stimmen der Semi, die alle gewollt oder ungewollt mit ihrem Gesang beglücken. Sie gelten hier als Vorboten des Sommers, da sie ab Ende der Regenzeit etwa Ende Juni erscheinen.

Man kann drei verschiedene Arten von Semi heraushören, die jeweils unterschiedliche Töne von sich geben. Diese reichen von einem ununterbrochenen „sssssss“ über ein „mi-mi-mi“ bis zu einem „tsutsutsutsu“ und können recht penetrant sein, da sie immer in Schwärmen auftreten und bereits früh morgens mit ihrem Gesang loslegen. Da kann es schon mal passieren das man davon aufwacht oder sein eigenes Wort nicht versteht.

Irgendwie mag ich die Semi aber, sie geben einem dieses seltsame Gefühl von Sommer. Allerdings bekommt man sie nur sehr selten zu Gesicht, da sie hoch oben in den Bäumen sitzen. Meistens kann man sich die Semi nur betrachten, wenn sie auf einigen Gehwegen tot vor einem auf dem Boden liegt (sie ist allerdings auch nicht sehr ansehlich…). Wer im Juni bis September einmal in Japan ist wird sie aber auf jeden Fall ganz gewiss nicht überhören 😉

Die Sache mit dem japanischen Handy…

Handys in Japan

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Ein paar Tage nachdem ich in Japan angekommen war, kam die Sprache auf, ein japanisches Handy zu kaufen. Das Problem ist nämlich, dass die meisten ausländischen Handys in Japan nicht funktionieren. Wer denkt, dass das hochtechnologisierte Japan hier überhaupt kein Problem darstellt irrt also gewaltig.

Japan benutzt nämlich einen anderen Netzstandard als jetzt zum Beispiel Europa, ich glaube es ist UMTS. Aus diesem Grund kann man mit vielen ausländischen Handys in Japan nicht viel anfangen. Mein Samsung Galaxy zum Beispiel bekommt hier zwar zumindest Netz wenn ich den Offline-Modus ausschalte und ich bekomme Rooming-Angebots-SMS von meinem deutschen Anbieter, ich kann aber irgendwie nicht telefonieren (was ohnehin zu teuer wäre). Mit einigen Smartphones wie dem IPhone soll es angeblich ab und an funktionieren, aber auch das stelle ich mir teuer vor. Jedenfalls gibt es für ausländische Handys nicht gerade die besten Voraussetzungen um in Japan wirklich zu funktionieren. Ganz verstanden habe ich das Problem zwar nicht, es ist aber einfach so 😉 Hier in Japan gibt mein Handy immerhin noch einen brauchbaren Wecker und, wenn Wlan vorhanden ist, Laptopersatz ab. Daher sollte man sich, wenn man denn für längere Zeit in Japan ist, überlegen, ob man sich nicht besser ein japanisches Handy kauft. Und hier fängt der Spaß erst richtig an, denn das ist in Japan unglaublich kompliziert, das ist jedenfalls meine Erfahrung.

Japan hat im Grunde drei große Netzanbieter: Softbank, NTT Docomo und au. Diese drei Anbieter haben auch in so gut wie jeder Stadt offene Wlan-Netze, die man nutzen kann, wenn man einen Preisplan und ein Handy des Anbieters hat. Man sollte sich also überlegen, von welchem dieser drei Anbieter man sich ein Handy besorgen möchte. Über Docomo und au kann ich nicht viel sagen, denn ich habe mich für Softbank entschieden. Wer jetzt denkt einfach in den Laden spazieren zu können und sich im handumdrehen ein Handy und eine einfache Prepaid-SIM-Karte kaufen zu können, der irrt wieder. Einige Läden möchten aus irgendeinem Grund gar nicht an Ausländer verkaufen (jedenfalls rief mir ein Mitarbeiter in einem anderen Softbankshop, in dem ich eigentlich nur nach einer englischen Gebrauchsanleitung fragen wollte,  gleich „Sorry, we don’t sell Phone!“ entgegen…) und bei anderen wird die Kommunikation sehr schwierig, wenn man kein Japanisch kann. Außerdem sind die Prepaid-Preispläne nicht gerade optimal bzw. sehr unpraktisch und kompliziert. Kommen wir nun also zu meinem Handykauf…

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