Voraussetzungen & Visumsbeantragung

Voraussetzungen

Um ein Working Holiday Visum für Japan zu erhalten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Da sich diese jederzeit ändern können, sollte die Website der Botschaft von Japan in Deutschland die erste Anlaufstelle darstellen. Auch bei Fragen sollte man sich an die Mitarbeiter der Botschaft oder eines der japanischen Konsulate wenden, diese antworten in der Regel recht schnell.
Zurzeit (Stand: März 2016) sind die formellen Voraussetzungen für ein Visum folgende:

  • Alter: 18-30 Jahre
  • Deutsche Staatsangehörigkeit
  • Nachweis von Flugtickets oder entsprechende Geldmittel (ca. 1.200 €)*
  • Nachweis einer Auslandsreisekrankenversicherung
  • Noch kein Working Holiday Visum für Japan beantragt
  • Gültiger Reisepass
  • Nachweis entsprechender Geldmittel für die erste Zeit des Aufenthalts in Japan (ca. 2.000 €)

* Je nachdem, bei welcher Vertretung ihr das Visum beantragt, verlangen die Behören entweder einen bereits gebuchten Flug oder den Nachweis von genug Geld auf dem Konto, um sich einen Flug leisten zu können

Ich kann euch beruhigen – sind alle diese Voraussetzungen erfüllt, bekommt man das Visum normalerweise zu 99%. Natürlich gibt es nie eine Garantie, aber ich habe noch nie davon gehört das ein Visumsantrag abgelehnt wurde, wenn alle Voraussetzungen erfüllt waren. Also macht euch bei der Beantragung nicht so viele Sorgen wie ich sie mir unnötigerweise gemacht habe 🙂

Beantragung

Vorzulegende Dokumente:

Der Reisepass sollte mindestens noch für die Dauer eures Aufenthalts gültig sein.
Das Passfoto, welches sich auf dem fertigen Visum wiederfindet, sollte relativ aktuell und nicht älter als 2 Monate sein. Es wird auf das Antragsformular geklebt und sollte der normalen Passfotogröße entsprechen.
Die Formulare solltet ihr entweder auf Englisch oder auf Japanisch ausfüllen. Diese sind ziemlich selbsterklärend. Das Antragsformular enthält viele allgemeine Informationen. Füllt alles einfach nach bestem Wissen und Gewissen aus. Es enthält auch einige für das Working Holiday Visum unwichtige Angaben, da das Formblatt für alle Arten von Visa genutzt wird, lasst euch dadurch also nicht verwirren.
Im Lebenslauf gebt ihr einfach eure bisherigen Schulen, Arbeitsplätze und Studienzeiten an.
Bei der Planung des Aufenthalts („Outline of Intended Activities“) wird es ein wenig schwieriger. Da ich selbst noch nicht so genau wusste, wo ich zu welcher Zeit denn wohnen, arbeiten oder reisen würde, habe ich einfach ein paar grobe Ziele und Zeiten in die Tabelle eingetragen. Hier scheint es die Mischung zu machen; ich hatte bei Beantragung natürlich keine Ahnung, wo und ob ich denn Arbeit finden würde. Also habe ich davon überhaupt nichts eingetragen, da ich eben nicht wusste, wann und wo sich etwas ergibt. Meine oberste Priorität war von Anfang an sowieso das Reisen. Bei Abgabe und Prüfung der Unterlagen meinte die Dame im Konsulat allerdings, dass ich unbedingt irgendwo Arbeit angeben müsste, da ich sonst ja gar keine Arbeitserlaubnis bräuchte, ich also auch auf dem Touristenvisum einreisen könnte. Überlegt euch also gut was ihr eintragt!
Eure Begründung für den Antrag, ebenfalls auf Englisch oder Japanisch verfasst,  sollte einfach eine Art Motivationsschreiben sein. Es reicht etwa eine DIN A4 Seite, geschrieben am PC, aus. Lasst euch beim Schreiben einfach von folgenden Fragen inspirieren: Warum wollt ihr das Visum? Was wollt ihr in Japan? Was möchtet ihr dort lernen/erleben/sehen? Warum interessiert ihr euch für Japan? Was bringt der Aufenthalt für euch persönlich oder eure berufliche/private Zukunft? Ich habe zum Beispiel unter anderem geschrieben, dass ich mein Japanisch verbessern will, viel in Japan reisen möchte, das Berufs- und Alltagsleben in Japan kennenlernen möchte und mir das Visum dazu verhelfen kann.
Beifügen müsst ihr außerdem noch eine Kopie der Versicherungspolice einer Krankenversicherung für euren gesamten Aufenthalt. Es kann sich dabei um eine Auslandsreisekrankenversicherung oder ähnliches handeln – zur Not reicht auch erst einmal eine Kopie des Antragsformulares. Mehr Infos zur Versicherung findet ihr hier (diese Seite ist noch im Aufbau).
Einige Konsulate in manchen Bundesländern verlangen außerdem die Kopie des Flugtickets. Informiert euch zuvor bei einer japanischen Vertretung in eurer Nähe, was diese verlangt. Ich z.B. musste den Flug schon vorher gebucht haben und dann eine Kopie des Flugtickets vorlegen.
Außerdem muss die Kopie eines aktuellen Kontoauszugs beigelegt sein. Dieser sollte relativ neu sein. Es reicht wenn erkennbar ist, dass es sich um euer Konto oder Sparbuch handelt und wie viel Erspartes ihr darauf habt. Erkennbare Transaktionen könnt ihr schwärzen, diese gehen niemanden etwas an.

Habt ihr alle diese Unterlagen zusammen, könnt ihr euer Visum beantragen. Ich habe alle Unterlagen in eine Mappe gepackt und sogar noch ein Deckblatt dazu ausgedruckt 😀 Dann stattet ihr einem Konsulat oder der Botschaft in eurer Nähe einen Besuch ab und schildert euer Anliegen. Nach Prüfen der Unterlagen könnt ihr wieder gehen und auf die Ausstellung eures Visums warten.

Weitere Tipps und Infos

Ihr müsst bei Visumsbeantragung grundsätzlich persönlich erscheinen. Die einzelnen Bundesländer sind in sogenannte Zuständigkeitsbereiche gegliedert. Je nachdem wo ihr wohnt müsst ihr also eigentlich zu einer bestimmten japanischen Vertretung, um euer Working Holiday Visum dort zu beantragen. Solltet ihr, so wie ich, an der Grenze eines Bundeslandes wohnen, fragt einfach das zuständige Konsulat das am nähesten an eurem Wohnort liegt. Normalerweise ist es kein Problem das Visum dort zu beantragen, auch wenn ihr eigentlich nicht in dessen Zuständigkeitsbereich fallt. Welche Vertretung für euer Bundesland zuständig ist könnt ihr dieser Karte entnehmen.

Laut Website der Botschaft dauert die Bearbeitungszeit mehrere Tage bis zu zwei Wochen. Normalerweise geht es aber sehr schnell.
Nach Fertigstellung des Visums solltet ihr eigentlich kontaktiert werden (was aber irgendwie nicht immer funktioniert und man dann ganz umsonst mehrere Tage wartet), daher könnt ihr nach einer Woche ruhig einmal selbst nachhaken. Bei mir war das Visum übrigens schon nach einem Tag fertig, man hielt es nur nicht für nötig mir Bescheid zu geben 😀
Das Visum muss eigentlich auch wieder persönlich abgeholt werden. Manche Konsulate verschicken es auf eigene Gefahr zwar auch per Post, das wäre mir persönlich aber zu unsicher. Man kann es sich auch von jemand anderem mit einer Vollmacht abholen lassen, falls man selbst keine Zeit haben sollte (dies hat bei mir jedenfalls problemlos funktioniert). Das fertige Visum sieht dann so aus:

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Lasst euch nicht von dem Vermerk „Date of Issue“ und „Date of Expiry“ irritieren. Diese Daten gelten für euer Visum und sind die Zeit, die ihr zur Einreise habt. Das bedeutet in meinem Fall hatte ich bis zum 25. März 2015 Zeit in Japan einzureisen, sonst wäre mein Visum verfallen. Erst ab Einreisetage gilt dann die Aufenthaltsdauer von einem Jahr.

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